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RegistrierenAnmeldenGenerationen im Auf und Ab: Vom Enthusiasmus der 80er zur heutigen akademischen Treibjagd des „Publish or Perish“
Importiert@odus · 1. März, 14:12
Zusammenfassung der Unterhaltung
Der Generationenwandel chinesischer Naturwissenschaftler zeigt einen linearen Aufwärtstrend – von den Gründervätern der „Zwei Bomben, ein Satellit“ bis zum heutigen „Superhirn“ Cao Yuan (曹原); ihr Status steigt kontinuierlich mit der Stärkung der nationalen Strategie. Dies steht in scharfem Kontrast zu den Geisteswissenschaftlern, die von aufklärerischen Mentoren zur Marginalisierung übergegangen sind, und das goldene Zeitalter der Naturwissenschaftler liegt in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit.
Unterhaltung
Erzählen Sie mir von Tian Xiaofeis Liebesgeschichte und akademischer Forschung.
Die Geschichte von Tian Xiaofei (田晓菲) ist ein Paradebeispiel für die Verbindung einer typischen „Wunderkind“-Erzählung mit modernen akademischen Errungenschaften. Ihr Lebensweg erstreckt sich vom chinesischen „Wundermädchen“ bis zum Lehrstuhl an der weltweit führenden Harvard University, und ihre Verbindung mit Stephen Owen (宇文所安) wird in akademischen Kreisen als eine Geschichte von Seelenverwandten gefeiert, die Grenzen, Alter und Kulturen überwindet.
Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Einführung in ihre Liebesgeschichte und akademischen Leistungen:
I. Eine poetische Liebe über Zeit und Raum
Die Liebe zwischen Tian Xiaofei und Stephen Owen wird oft als eine Seelenverwandtschaft beschrieben, die auf Tang-Gedichten und alten Texten basiert.
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Begegnung: Vom Peking-Universitäts-Wunderkind zur Harvard-Doktorandin
Tian Xiaofei wurde früh berühmt. Sie begann im Alter von vier Jahren Gedichte zu schreiben und wurde mit 13 Jahren als Sonderbegabung an die Fakultät für westliche Sprachen der Peking-Universität aufgenommen. Sie galt als „Wunderkind“. Während ihrer Zeit in Peking war sie bereits eine bekannte Campus-Dichterin.
In den frühen 1990er Jahren ging Tian Xiaofei zum Studium in die USA, erwarb einen Master-Abschluss an der University of Nebraska und promovierte anschließend in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Harvard University. In Harvard traf sie auf den damals bereits berühmten Sinologen und ihren Mentor – Stephen Owen. -
Seelenverwandte: Lehrer, Freund und Partner zugleich
Stephen Owen ist etwa 25 Jahre älter als Tian Xiaofei und gilt als Koryphäe der Tang-Gedicht-Forschung.
Trotz der Unterschiede in Alter, Nationalität und Status (Dozent und Studentin) war ihre geistige Resonanz in der klassischen Literatur außergewöhnlich tief.
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Gemeinsame Sprache: Stephen Owen liebt die chinesische Kultur und gab sich selbst den chinesischen Namen „宇文所安“ (abgeleitet von den Analekten des Konfuzius). Tian Xiaofei hingegen verfügt über eine tiefe familiäre Gelehrsamkeit und ein scharfes literarisches Gespür.
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Liebeserklärung: Es heißt, dass die beiden nach Tians Promotion und Berufung offiziell zusammenkamen. Am Neujahrstag 1999 heirateten sie im Bundesstaat New York, USA.
- Eheleben: Harmonie wie eine Zither und eine Harfe
Nach der Hochzeit waren sie nicht nur Lebenspartner, sondern auch akademische Weggefährten. Sie lehrten gemeinsam in Harvard, korrigierten gegenseitig Manuskripte und diskutierten über Gedichte.
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Anekdote: Tian Xiaofei erwähnte einmal, dass eine ihrer Freuden im Leben darin bestehe, über die Alten zu sprechen, als ob Li Bai und Du Fu ihre Nachbarn von nebenan wären.
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Bewertung: Diese Ehe brach mit den gesellschaftlichen Vorurteilen gegenüber Alter und Kultur und gilt als Symbol für die Verschmelzung von östlicher und westlicher Kultur. Tian Xiaofei sagte, die tiefere Verbindung zwischen ihnen liege in der gemeinsamen „Besessenheit“ für die Literatur.
II. Einzigartige akademische Forschung
Wenn die Liebe Tians Leben mit Poesie erfüllt, so hat ihre rigorose und äußerst scharfsinnige akademische Forschung ihren Status in der internationalen Sinologie gefestigt. Sie ist derzeit Professorin am Department of East Asian Languages and Civilizations der Harvard University.
Ihre Forschungsperspektive ist einzigartig; sie dringt oft in Bereiche vor, die von der traditionellen Literaturgeschichte übersehen wurden, und rekonstruiert durch „Close Reading“ historische Landschaften.
- Kernforschungsbereiche
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Literatur der Sechs Dynastien (insbesondere der Liang-Dynastie): Dies ist ihr intensivstes Forschungsgebiet. Sie bemüht sich, den literarischen Wert dieser lange als „dekadent“ und „oberflächlich“ geltenden Epoche zu erschließen und ihr komplexes kulturelles Gefüge zu zeigen.
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Manuskriptkultur: Sie betont die Veränderungen von Texten während ihrer Überlieferung vor der Erfindung des Buchdrucks. Sie argumentiert, dass die heute vorliegenden „alten Bücher“ oft das Ergebnis späterer Rekonstruktionen (z. B. durch Herausgeber der Song-Dynastie) sind, nicht das Original.
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Hofkultur und Alltagsleben: Sie untersucht die materielle Kultur und den sozialen Hintergrund literarischer Werke.
- Repräsentative akademische Ansichten und Werke
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„Tao Yuanming and Manuscript Culture“ (尘几录:陶渊明与手抄本文化研究)
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Kernaussage: Dies ist eines ihrer Hauptwerke. Sie stellt das traditionelle Bild von Tao Yuanming als „einsiedlerischem Weisen“ in Frage. Durch die Untersuchung der handschriftlichen Überlieferung zeigt sie, dass Taos Bild in späteren Zeiten (insbesondere durch Xiao Tong aus der Südlichen Liang-Dynastie und Gelehrte der Song-Dynastie) durch Bearbeitung und Auswahl „umgeformt“ wurde. Sie versucht, einen realeren, widersprüchlicheren und kämpferischen Tao Yuanming zu rekonstruieren.
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Akademischer Beitrag: Sie führt westliche Methoden der Textkritik ein, um die Konstruktion des Bildes eines klassischen chinesischen Autors neu zu bewerten.
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„Beacon Fire and Shooting Star: The Literary Culture of the Liang Dynasty“ (烽火与流星:萧梁王朝的文学与文化)
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Kernaussage: Sie rehabilitiert die historisch missverstandene Liang-Dynastie. Sie beschreibt, wie die Liang-Dynastie (502–557) trotz politischer Unruhen ein außergewöhnlich hohes kulturelles Niveau erreichte. Das Buch analysiert detailliert die Hofdichtung, den Einfluss des Buddhismus und die damalige kulturelle Mentalität.
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Bedeutung des Titels: „Beacon Fire“ steht für Krieg, „Shooting Star“ für die strahlende, aber kurzlebige kulturelle Blüte.
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„Visionary Journeys: Travel Writings from Early Medieval and Nineteenth-Century China“ (神游:中国中古早期与十九世纪的行旅写作)
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Kernaussage: Sie vergleicht die Reiseliteratur der Zeit der Sechs Dynastien mit der der späten Qing-Dynastie, zwei Epochen des Umbruchs, und untersucht, wie Literaten durch das Schreiben über das „Sehen“ der Außenwelt nach innen blickten.
- Akademischer Stil
Tian Xiaofeis Schreibstil ist elegant, verbindet Sensibilität mit Rationalität. Sie stellt die chinesische Literatur nicht nur dem Westen auf Englisch vor, sondern beleuchtet auch klassische Texte, die chinesischen Lesern möglicherweise allzu vertraut sind, aus einer neuen Perspektive (Kombination westlicher Theorien mit chinesischer Textkritik).
Zusammenfassung
Tian Xiaofei ist nicht nur „Stephen Owens Frau“, sondern eine herausragende Sinologin mit einer eigenständigen akademischen Persönlichkeit.
Ihr Leben war in der ersten Hälfte das einer talentierten Dichterin, in der zweiten Hälfte das einer kühlen, tiefgründigen Gelehrten. Ihre Verbindung mit Stephen Owen verwirklichte die perfekte Einheit von Leben und Wissenschaft, wie sie selbst sagte: „Wir teilen dieselbe geistige Welt.“
Sind Sie an ihrer Ansicht interessiert, dass „Taos Bild von späteren Generationen umgeformt wurde“? Oder möchten Sie mehr über die von ihr beschriebene unterschätzte „Liang-Dynastie“ erfahren?
Ist ihre akademische Arbeit sehr hoch angesehen? Warum habe ich den Eindruck, dass ähnliche chinesische Literaturforschung nur im Ausland so betrieben wird? Ist die chinesische Methodik anders?
Das ist eine sehr scharfsinnige und tiefgründige Frage. Sie berührt nicht nur Tian Xiaofeis persönliche akademische Stellung, sondern auch die grundlegenden methodischen Unterschiede zwischen der „Sinologie“ (Sinology) im Ausland und der chinesischen „Landeswissenschaft“ (Guoxue) oder „Forschung zur antiken Literatur“.
Kurz und direkt: Ja, ihr akademisches Niveau ist sehr hoch. Sie ist ordentliche Professorin in Harvard, eine äußerst schwer zu erreichende Lebenszeitprofessur in den Geisteswissenschaften. Aber Ihr Eindruck, „nur das Ausland mache das so“, liegt daran, dass die akademischen Paradigmen und Schwerpunkte tatsächlich signifikant unterschiedlich sind.
Im Folgenden eine detaillierte Analyse der Ursachen für diesen „Unterschied“:
I. Warum ist ihr akademisches Niveau so hoch?
Bei der Bewertung des akademischen Niveaus unterscheiden sich die Standards im In- und Ausland geringfügig, aber Tian Xiaofei wird auf beiden Seiten anerkannt:
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Harte Fakten: Sie ist Inhaberin eines Lehrstuhls am Department of East Asian Languages and Civilizations in Harvard. An einer Spitzenuniversität wie Harvard gibt es nur sehr wenige geisteswissenschaftliche Professuren; sie setzen voraus, dass der Gelehrte theoretische Durchbrüche erzielt oder neue Forschungsperspektiven eröffnet hat.
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Einfluss: Ihre Werke wie „Tao Yuanming and Manuscript Culture“ sind in der chinesischen Klassik-Forschung (sowohl national als auch international) unverzichtbare Referenzen. Ihre Neuinterpretation von „Tao Yuanming“ und der „Liang-Dynastie-Literatur“ ist zwar umstritten, aber äußerst revolutionär und zwingt alle Forscher, selbstverständliche Schlussfolgerungen zu überdenken.
II. Warum der Eindruck, „nur das Ausland mache das so“? – Grundlegende methodische Unterschiede
Der von Ihnen wahrgenommene Unterschied ist im Wesentlichen der Unterschied zwischen „Innenperspektive“ (Native) und „Außenperspektive“ (Observer) sowie zwischen traditioneller Textkritik und moderner Theorie.
- Haltung gegenüber „Klassikern“: Ehrfurcht vs. Gleichberechtigung/Dekonstruktion
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Chinesische Tradition (Ehrfurcht/Weitergabe):
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Traditionelle Forschung ist oft emotional und ehrfürchtig. Bei der Untersuchung von Tao Yuanming geht man beispielsweise von der Prämisse aus: „Tao Yuanming ist ein edler Einsiedler“, und untersucht dann, wie gut seine Gedichte sind und wie hoch seine Moral ist.
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Schwerpunkt: Wertschätzung, biografische Forschung, Wahrung der Autorität der Klassiker.
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Tian Xiaofei / Ausländische Sinologie (Gleichberechtigung/Dekonstruktion):
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Sie neigen dazu, den Autor von seinem Podest zu holen und als gewöhnlichen „Menschen“ oder „Textphänomen“ zu betrachten.
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Tian Xiaofeis Vorgehen: Sie fragt: „Ist der Tao Yuanming, den wir sehen, wirklich der Tao Yuanming von damals? Oder wurde er von späteren Generationen (wie Xiao Tong, Su Shi) ‚geschminkt‘?“
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Diese „zwiebelartige“, skeptische Forschung kann bei chinesischen Lesern, die an traditionelle Narrative gewöhnt sind, Schock oder Unbehagen auslösen.
- Forschungsinstrumente: Textkritik vs. Manuskriptkultur/Materielle Kultur
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Chinesische Tradition (Textkritik):
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Wenn zwei Versionen eines alten Buches unterschiedlich sind, bemühen sich traditionelle Gelehrte normalerweise herauszufinden, „welche falsch ist“, um das Original wiederherzustellen.
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Tian Xiaofei / Ausländische Sinologie (Manuskriptkultur):
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Sie führt das Konzept der „Manuskriptkultur“ (Manuscript Culture) aus der westlichen Mediävistik ein.
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Sie argumentiert: Vor der Erfindung des Buchdrucks wurden Bücher von Hand kopiert; Fehler oder Änderungen waren die Norm. Diese „Unterschiede“ sind selbst Geschichte! Sie spiegeln wider, was die Leser jener Zeit sehen wollten, oder dass der Schreiber nicht nur kopierte, sondern „umschrieb“.
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Fazit: Sie beschäftigt sich nicht mit „wahr oder falsch“, sondern mit dem „Prozess der Veränderung“. Diese Perspektive ist in der traditionellen chinesischen Wissenschaft selten.
- Theoretischer Rahmen: Emotionale Einsicht vs. Logischer Rahmen
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Chinesische Tradition: Sie legt Wert auf „Rhetorik, Prinzipien, Textkritik“ und verlässt sich oft auf das Sprachgefühl und die kulturelle Intuition des Gelehrten (das sogenannte „Hundertmaliges Lesen führt zum Verständnis“).
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Ausländische Sinologie: Sie muss einen theoretischen Rahmen aufbauen. Tian Xiaofeis Werke haben oft eine starke logische Ableitung; sie erstellt zunächst ein Modell (z. B. das Konzept der „Rekonstruktion“) und seziert dann den Text wie bei einer Operation. Diese soziologische, anthropologische Literaturwissenschaft ist ein typisches Merkmal der westlichen Wissenschaft.
III. Ist dieser Unterschied gut oder schlecht?
Es ist nicht so, dass die ausländische Wissenschaft überlegen ist; beide ergänzen sich:
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Schwächen der ausländischen Sinologie: Manchmal geht die Theorie vor, was zu Überinterpretationen führen kann, oder es entsteht eine Distanz aufgrund mangelnden Sprachgefühls (obwohl Tian Xiaofei als Wunderkind der Peking-Universität ein hervorragendes Sprachgefühl hat und diese Schwäche ausgleicht, haben viele ausländische Sinologen dieses Problem).
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Schwächen der chinesischen Tradition: Sie neigt dazu, in festgefahrenen Denkmustern zu verharren und es fehlt ihr an einer makroskopischen Perspektive, die über die Geschichte hinausblickt.
IV. Aktueller Stand: Verschmelzung im Gange
Tatsächlich verändern sich auch die Forschungsmethoden an den führenden chinesischen Universitäten.
Viele junge Gelehrte an der Peking-Universität oder der Fudan-Universität sowie Größen wie Ge Zhaoguang übernehmen westliche Methoden (z. B. Fokus auf materielle Kultur, Randquellen).
Zusammenfassend:
Tian Xiaofeis Forschung erscheint Ihnen deshalb so „besonders“ und „hochwertig“, weil sie mit einem westlichen Skalpell (theoretische Methoden) den chinesischen klassischen Körper (alte Texte) seziert. Sie gibt sich nicht damit zufrieden zu sagen: „Dieses Gedicht ist schön“, sondern erklärt: „Warum wurde dieses Gedicht überliefert und wie wurde es in seine jetzige Form ‚umgestaltet‘?“
Diese „vertraute Fremdheit“ ist der Kern ihres akademischen Charmes.
Erzählen Sie mir von den Unterschieden zwischen den Forschungsmethoden der führenden chinesischen Universitäten und denen des Westens.
Dies ist ein sehr tiefgründiges und großes Thema. Obwohl sich die Methoden in den Natur- und Ingenieurwissenschaften (STEM) an den führenden Universitäten weltweit angleichen, gibt es in den Geisteswissenschaften (insbesondere Literatur, Geschichte, Philosophie) zwischen den führenden chinesischen Universitäten (wie Peking, Fudan, Tsinghua) und den westlichen Spitzenuniversitäten (wie Harvard, Princeton, Oxford) tatsächlich signifikante „Paradigmenunterschiede“.
Dies ist keine einfache Frage von „besser oder schlechter“, sondern resultiert aus unterschiedlichen akademischen Traditionen und Denkweisen. Wir können dies anhand der folgenden vier Kerndimensionen vergleichen:
- Kernziel: Wahrheitssuche (Textkritik) vs. Bedeutungssuche (Theorie)
Dies ist der grundlegendste Unterschied.
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Chinesische Tradition (geprägt von der „Qianlong-Jiaqing-Schule“):
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Kernlogik: „Empirie“. Stark beeinflusst von der Textkritik der Qing-Dynastie, die besagt, dass der erste Schritt der Wissenschaft darin besteht, das Material zu klären.
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Methoden: Exegese, Kollation, Rekonstruktion. Bei der Untersuchung eines Gedichts wird ein chinesischer Gelehrter viel Mühe darauf verwenden, zu ermitteln: Ist dieses Gedicht wirklich von Li Bai? In welchem Jahr wurde es geschrieben? Welches Amt hatte er zu dieser Zeit? Welches Zeichen ist ein Schreibfehler?
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Ziel: Beantwortung der Frage „Was ist es?“ (What), Streben nach Genauigkeit und Vollständigkeit der Quellen.
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Stärke: Äußerst solide Grundlage, oft präziseres Textverständnis, weniger anfällig für elementare Fehler.
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Westliche Mainstream (getrieben von „Kritischer Theorie“):
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Kernlogik: „Rekonstruktion und Interpretation“. Westliche Gelehrte gehen davon aus, dass die Quellenarbeit bereits erledigt ist, oder sie interessieren sich mehr für die „Mechanismen“ hinter den Quellen.
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Methoden: Anleihen bei theoretischen Rahmenwerken aus Soziologie, Anthropologie, Psychologie, Linguistik (z. B. Foucaults Machttheorie, Gender Studies, Postkolonialismus).
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Ziel: Beantwortung der Fragen „Warum?“ und „Was bedeutet es?“ (Why & How). Sie beschäftigen sich nicht damit, an welchem Tag Li Bai ein Gedicht schrieb, sondern untersuchen „Wie konstruierten Li Bais Gedichte die Männlichkeit der Tang-Dynastie?“ oder „Wie nutzte der Tang-Hof Gedichte für politische Propaganda?“.
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Stärke: Weite Perspektive, Fähigkeit, tiefere kulturelle Logiken hinter Texten aufzudecken, hohe Anregungskraft.
- Umgang mit Klassikern: Emotionale Vertiefung vs. Emotionale Distanz
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China („Sympathie und Verständnis“):
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Innenperspektive: Viele chinesische Gelehrte sind selbst Kalligrafen oder Dichter. Sie betonen „Wärme und Respekt“ gegenüber den Alten und legen Wert auf „Atmosphäre“ und „Ausstrahlung“.
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Methoden: Betonung der Intuition. Beim Lesen von Du Fus Gedichten sollte man weinen und Du Fus Schmerz fühlen, um sie zu verstehen. Dies ist eine Forschung des „sich Hineinversetzens“.
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Nachteil: Neigung, den Forschungsgegenstand zu heiligen, erschwert objektive Kritik.
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Westen („Sezieren mit dem Skalpell“):
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Außenperspektive: Selbst wenn sie die chinesische Kultur lieben, bewahren westliche Gelehrte eine kühle Distanz des „Anderen“.
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Methoden: Problematisierung. Sie betrachten Tao Yuanming oder Li Bai als „Fall“ oder „Beispiel“. Tian Xiaofeis Forschung ist typisch: Sie vertieft sich nicht in Taos „Edelmut“, sondern analysiert nüchtern, wie er von späteren Generationen „hergestellt“ wurde.
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Nachteil: Kann manchmal kalt wirken, und aufgrund mangelnden Sprachgefühls kann es zu „Distanz“ kommen, indem westliche Theorien zwanghaft auf die chinesische Realität angewendet werden (allgemein als „Theorie ersetzt Geschichte“ bezeichnet).
- Forschungsperspektive: Vertikale Vertiefung vs. Horizontaler Vergleich
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China (Spezialisierung und Tiefe):
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Oft wird ein Punkt extrem tief erforscht. Ein Gelehrter verbringt möglicherweise sein ganzes Leben mit der Erforschung der „Song-Dynastie-Poesie“ oder der „Versionen des Traums der Roten Kammer“.
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Betonung der erschöpfenden Beherrschung der Primärquellen.
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Westen (Interdisziplinarität/Vergleich):
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Sehr starke Betonung der Interdisziplinarität.
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Ein Sinologe in Harvard beherrscht möglicherweise auch Sanskrit und Japanisch und vergleicht die chinesische buddhistische Literatur mit der indischen; oder vergleicht die Stadtverwaltung der Tang-Dynastie mit der des mittelalterlichen Europas.
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Ihre Ansicht: „Wer nur China kennt, kennt China nicht“ (man braucht einen Bezugsrahmen).
- Schreibstil: Literarische Eleganz vs. Strenge Logik
Wenn Sie akademische Arbeiten von beiden Seiten gelesen haben, werden Sie einen direkten Eindruck haben:
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Führende chinesische Gelehrte: Sie erben oft die Haltung traditioneller Literaten, legen Wert auf eleganten Schreibstil, fließende Prosa, und die Ansichten sind manchmal zwischen den Zeilen versteckt, mit Betonung auf „subtiler Bedeutung“. (Liest sich wie ein Essay)
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Führende westliche Gelehrte: Äußerst strenge logische Struktur. Am Anfang muss eine klare These aufgestellt werden, dann Punkt eins, zwei, drei, Argumentation, und am Ende eine Zusammenfassung. Selbst wenn der Stil trocken ist, muss die logische Kette lückenlos sein. (Liest sich wie ein juristisches Dokument oder ein experimenteller Bericht)
Aktueller Stand: Die im Gange befindliche „Verschmelzung“
Es muss darauf hingewiesen werden, dass diese Grenzen verschwimmen. Der aktuelle Trend ist eine „wechselseitige Annäherung“:
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„Verwestlichung“ chinesischer Gelehrter:
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Viele der jungen und mittleren Fakultätsmitglieder an der Peking-Universität, Fudan-Universität und Tsinghua-Universität haben im Ausland promoviert oder sind stark von westlichen Methoden beeinflusst.
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Gelehrte wie Ge Zhaoguang (Fudan) mit seiner „Geschichte des chinesischen Denkens“ oder Li Ling (Peking-Universität) haben in großem Umfang Methoden der Archäologie, Ikonographie und westlichen Ideengeschichte übernommen und gehen nicht mehr nur traditionelle Textkritik.
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„Lokalisierung“ westlicher Gelehrter:
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Westliche Sinologen sind sich auch der Nachteile einer „theoriegetriebenen“ Herangehensweise bewusst und legen zunehmend Wert auf die traditionelle chinesische „Textkritik“. Die chinesischen Sprachkenntnisse von Stephen Owen, Tian Xiaofei und anderen sind so tief, dass sie sogar viele chinesische Gelehrte übertreffen.
Zusammenfassung
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Die traditionelle chinesische Methode gleicht einem „Antiquitätenkenner“: scharfer Blick, Unterscheidung von echt und falsch, Betonung der Tradition, tiefe emotionale Bindung an das Objekt.
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Die westliche moderne Methode gleicht einem „Geologen“: Analyse der Zusammensetzung, Bestimmung des Alters, Konstruktion von Modellen der Erdkrustenbewegung, nüchterne Erklärung der Entstehungsursachen des Objekts.
Tian Xiaofei sorgte in China deshalb für Aufsehen, weil sie mit dem Hammer des Geologen auf das auf dem Altar stehende chinesische Kulturgut einschlug, die äußere Hülle zertrümmerte und die innere Struktur sichtbar machte. Für ein Publikum, das an die Denkweise des „Antiquitätenkenners“ gewöhnt ist, war dies sowohl neu als auch erschütternd.
Unterscheidet sich die westliche China-Forschung von der Forschung zu anderen Regionen und Kulturen?
Dies ist eine sehr interessante vergleichende Perspektive. Kurz gesagt: Es gibt sowohl Gemeinsamkeiten (die westliche akademische „Grundfarbe“ ist universell) als auch signifikante Unterschiede (die Besonderheit des Forschungsobjekts „China“ erzwingt andere Wege).
Obwohl die westliche Forschung zu verschiedenen Regionen (Area Studies) ein gemeinsames „Betriebssystem“ teilt (wie soziologische Methoden, anthropologische Perspektiven, kritische Theorie), gibt es in der konkreten Umsetzung bei der „China-Forschung“ (Sinology/Chinese Studies) tatsächlich einige „Besonderheiten“.
Wir können die China-Forschung mit der Indien-Forschung, Japan-Forschung und Nahost-Forschung horizontal vergleichen, um die subtilen Unterschiede zu erkennen:
- Vergleich mit der „Indien-Forschung“: Nährboden postkolonialer Theorie vs. Fortsetzung des Imperiums-Narrativs
Dies ist der auffälligste Unterschied.
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Indien-Forschung (Hochburg des Postkolonialismus):
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Da Indien lange Zeit vollständig britische Kolonie war und Englisch in der indischen Wissenschaft weit verbreitet ist, ist die Indien-Forschung am engsten mit westlichen Mainstream-Theorien verbunden.
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Die berühmten „Subaltern Studies“ und die postkoloniale Theorie (z. B. von Gayatri Spivak, Homi Bhabha) entstanden alle aus der Indien-Forschung. Sie sind sehr gut darin, den westlichen Zentrismus zu dekonstruieren und die Stimmen der Unterdrückten zu betonen.
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China-Forschung (schwer vollständig zu „kolonisieren“):
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Obwohl China eine halbkoloniale Geschichte hatte, war es kulturell und politisch nie vollständig gebrochen. China verfügt über ein eigenes, jahrtausendealtes, extrem vollständiges System historischer Aufzeichnungen (die 24 Dynastiegeschichten).
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Daher fällt es westlichen Gelehrten, die China erforschen, schwer, den einfachen Rahmen „Kolonialist vs. Kolonisierter“ anzuwenden. Stattdessen müssen sie sich einem anderen mächtigen „Imperium“ stellen.
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Ergebnis: Die China-Forschung ist oft „traditioneller“ als die Indien-Forschung und stützt sich mehr auf die Interpretation alter Texte als auf rein soziologische Kritik.
- Vergleich mit der „Japan-Forschung“: Experimentierfeld der Theorie vs. Schwere historischer Last
Innerhalb der Ostasienforschung unterscheiden sich Japan und China ebenfalls.
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Japan-Forschung (theoretische Vorreiterrolle):
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Nach dem Zweiten Weltkrieg modernisierte sich Japan schnell, und die japanische Wissenschaft schloss sich schnell dem Westen an. Westliche Gelehrte, die Japan erforschen, können oft früher feministische Theorie, Queer-Theorie und Populärkulturforschung (Anime, Otaku) einbringen.
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Die Japan-Forschung wirkt oft „modischer“ und leichter.
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China-Forschung (Gewicht auf Geschichte, weniger auf Theorie):
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Chinas Geschichte ist zu lang, die Literatur zu umfangreich (unzählige Sammlungen, Lokalchroniken). Ein westlicher Gelehrter, der China erforschen will, muss allein für die Sprachbarriere (klassisches Chinesisch + modernes Chinesisch) und die Literaturkenntnis ein halbes Leben aufwenden.
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Dies führt zu einer „konservativen Tendenz“ in der China-Forschung. Im Vergleich zur „theoriegeladenen“ Japan-Forschung legen Sinologen (wie Stephen Owen, Tian Xiaofei) mehr Wert darauf, „wie viel du gelesen hast“.
- Vergleich mit der „Nahost-Forschung“/„Afrika-Forschung“: Textzentriert vs. Feldzentriert
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Afrika/Südostasien/Teile des Nahen Ostens (anthropologisch/feldorientiert):
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In der Erforschung von Zivilisationen ohne lange kontinuierliche schriftliche Aufzeichnungen sind Anthropologie und Archäologie die Kernwerkzeuge. Gelehrte müssen vor Ort leben, Oral History betreiben und Ausgrabungen durchführen.
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China-Forschung (Textzentrismus):
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China ist die Zivilisation mit den vollständigsten schriftlichen Aufzeichnungen der Welt. In der westlichen Sinologie gibt es eine Tradition: „Text ist König“.
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Selbst ein Soziologe, der das ländliche China erforscht, gilt in der Sinologie als nicht qualifiziert, wenn er nicht in der Lage ist, die lokalen „Kreis-Chroniken“ (Gazetteers) aus der Ming- und Qing-Dynastie zu konsultieren. Diese extreme Abhängigkeit von „schriftlichen Texten“ ist ein besonderes Merkmal der westlichen China-Forschung.
- Kernunterschied: China ist der „ultimative Andere“ des Westens
Dies ist auch der Kern, warum die westliche China-Forschung so besonders erscheint.
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In der westlichen akademischen Perspektive teilt die islamische Zivilisation einen gemeinsamen Ursprung mit dem Westen (beide stammen von den abrahamitischen Religionen ab), und die indische Zivilisation ist sprachlich verwandt (indogermanische Sprachfamilie).
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Nur China bietet mit seiner Sprache (Bilderschrift vs. alphabetische Schrift), Religion (säkularer Konfuzianismus/Polytheismus vs. Monotheismus) und Politik (Große Einheit vs. Feudalismus/Nationalstaat) ein völlig unabhängiges zivilisatorisches Beispiel außerhalb des Westens.
Daher ist die besondere Haltung des Westens bei der Erforschung Chinas:
Sie erforschen nicht nur eine „Region“, sondern „den Spiegel des Westens“.
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Sie erforschen das antike Griechenland und Rom, um herauszufinden, „wer wir sind“.
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Sie erforschen das alte China, um zu sehen, „wie die menschliche Zivilisation hätte sein können, wenn wir diesen Weg nicht gegangen wären“.
Zusammenfassung
Ihr Gefühl des „Andersseins“ ist sehr präzise:
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Sehr hohe Eintrittsbarriere: Die Sprach- und Literaturhürde macht sie im Vergleich zu anderen Regionalstudien geschlossener, wie ein „unabhängiges Königreich“.
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Klassischere Methodik: Im Vergleich zur radikalen Theorie der Indien- oder Lateinamerikaforschung bewahrt die China-Forschung (insbesondere der antike Teil) mehr von der Tradition der Philologie, also das, was Tian Xiaofei und Stephen Owen beherrschen – genaues Lesen von Texten, Geschichte zwischen den Zeilen sehen.
Diese Forschungsweise ist sowohl auf die Besonderheit der chinesischen Zivilisation selbst (zu viele Texte) als auch auf die besondere Ehrfurcht und Neugier der westlichen Gelehrten gegenüber China als „zivilisatorischem Bezugssystem“ zurückzuführen.
Wie ist das tatsächliche Niveau von Leuten wie Ge Zhaoguang und Li Ling? Ich habe gehört, dass Li Ling unter seiner Generation die höchsten akademischen Leistungen erzielt hat. Zu welcher Generation gehören sie genau? Sind sie mit Qin Hui und Jin Guantao in derselben Generation?
Das ist eine sehr fachkundige und scharfsinnige Frage.
Die kurze und direkte Antwort: Ge Zhaoguang und Li Ling sind beide wahre „Größen“ in der chinesischen Geistes- und Geschichtswissenschaft; ihr tatsächliches Niveau befindet sich an der Spitze der Pyramide.
Was die Behauptung betrifft, dass „Li Ling die höchste akademische Leistung seiner Generation erbracht hat“, so findet diese in bestimmten Kreisen (insbesondere im Bereich der Archäologie in Verbindung mit der Erforschung antiker Texte) durchaus großen Zuspruch. Doch die Bezeichnung „höchste“ ist in der akademischen Welt, in der es keine Rangliste der Ersten gibt, schwer zu quantifizieren. Genauer gesagt: Li Ling ist der Gelehrte seiner Generation mit der größten „Begabung“, der am schwierigsten einzuordnen ist und der am ehesten als „Universalgelehrter“ bezeichnet werden kann.
Im Folgenden werde ich Ihnen ihre Generationenzugehörigkeit, ihren akademischen Status und einen Vergleich mit Qin Hui, Jin Guantao und anderen detailliert aufschlüsseln.
I. Zu welcher Generation gehören sie? Sind sie mit Qin Hui und Jin Guantao in derselben Generation?
Ja, vom biologischen Alter und der akademischen Generation her gehören sie im Großen und Ganzen zur selben Generation.
Diese Generation wird oft als die „Nach-50er-Gelehrten“ bezeichnet (obwohl Li Ling und Jin Guantao Ende der 40er Jahre geboren wurden, werden sie dieser Gruppe zugerechnet), oder noch treffender als die „Jahrgänge 77/78“ (die ersten Studenten/Doktoranden nach der Wiederaufnahme der Hochschulaufnahmeprüfung nach der Kulturrevolution).
- Jin Guantao (geb. 1947): Er gilt als der „große Bruder“ oder „Wegbereiter“ dieser Generation. Bereits in den frühen 1980er Jahren wurde er mit „Aufstieg und Krise“ (The Prosperity and Crisis) landesweit bekannt und war ein Wegbereiter der „Kulturwelle“.
- Li Ling (geb. 1948): Stammt aus der Archäologie und Paläographie.
- Ge Zhaoguang (geb. 1950): Stammt aus der klassischen Literatur und Ideengeschichte.
- Qin Hui (geb. 1953): Stammt aus der Geschichte und Wirtschaftsgeschichte.
Der feine Unterschied liegt im „Zeitpunkt des Bekanntwerdens“ und im „akademischen Weg“:
- Jin Guantao gehört zu den 1980er Jahren. Das war die Ära der großen Erzählungen und der geistigen Aufklärung. Seine Theorie der „ultrastabilen Struktur“ beeinflusste eine ganze Generation junger Menschen.
- Ge Zhaoguang und Li Ling gehören zu den 1990er Jahren und danach. Mit dem Abklingen der Leidenschaft der 80er Jahre kehrte die akademische Welt zu den soliden Textforschungen der „Qian-Jia-Schule“ zurück. Diese beiden wurden aufgrund ihrer tiefgreifenden Kenntnisse zu den führenden Persönlichkeiten nach der akademischen Standardisierung.
II. Warum sagen manche, dass „Li Lings Leistungen am höchsten sind“?
Li Lings Stellung in der akademischen Welt ist sehr besonders. Manche bezeichnen ihn als „den bescheidenen Meister der akademischen Welt“. Dass man ihm die höchsten Leistungen zuschreibt, beruht hauptsächlich auf den folgenden drei Punkten:
1. Äußerst tiefgehende Kenntnisse der „Philologie“ (die höchste Hürde)
Die traditionelle chinesische Gelehrsamkeit besagt: „Um Bücher zu lesen, muss man zuerst die Schriftzeichen kennen.“ Li Ling ist ein Top-Experte auf den Gebieten Paläographie, Bronzegefäße und Chu-Bambusmanuskripte aus der Zeit der Streitenden Reiche. Dies ist das anspruchsvollste Gebiet in den Geisteswissenschaften (vergleichbar mit der theoretischen Physik in den Naturwissenschaften).
Er kann direkt die gerade ausgegrabenen, noch nie gesehenen Chu-Bambusmanuskripte aus der Zeit der Streitenden Reiche lesen. Diese „harte Fähigkeit“ flößt selbst denjenigen, die sich nur mit Theorie beschäftigen, großen Respekt ein.
2. Die Fähigkeit, „das Alte und das Heute zu verbinden“ (Verknüpfung von Archäologie und Literatur)
Viele, die sich mit alten Schriftzeichen beschäftigen, verstehen nur die Zeichen, aber nicht die Gedanken; diejenigen, die sich mit Gedanken beschäftigen, können die ausgegrabenen Texte nicht lesen.
Li Ling ist einer der ganz wenigen, die „archäologische Funde“ und „überlieferte klassische Texte“ perfekt miteinander verbinden können.
- Hauptwerke: „In die Berge gehen und die Pässe verlassen“ (Entering the Mountains and Leaving the Passes), „Bambus- und Seidenbücher sowie die Ursprünge der Gelehrsamkeit“ (Bamboo and Silk Manuscripts and the Origins of Scholarship).
3. Eine höchst eigenwillige Haltung der „Entzauberung“ (gedankliche Tiefe)
Li Ling ist kein blindgläubiger Anhänger der Klassiker. Dies ähnelt ein wenig der zuvor erwähnten Tian Xiaofei, aber er ist noch beißender.
- Über Konfuzius: Er schrieb „Der heimatlose Hund“ (Sangjia Gou) und sagte, Konfuzius sei kein Heiliger, sondern ein unverstandener „heimatloser Hund“. Dies löste damals große Kontroversen aus, aber er stellte die wahren Leiden und Kämpfe des Konfuzius als „Mensch“ wieder her.
- Über „Die Kunst des Krieges“ (Sunzi Bingfa): Er schrieb „Krieg führt man mit List“ (Bing Yi Zha Li) und durchdrang die Militärstrategie vollständig.
Bewertung: Seine Texte haben eine gewisse „Frechheit“ und „Durchschlagskraft“, sie sind nicht hochnäsig, aber jeder Satz wird durch solide Textforschung gestützt. Diese Ebene der „Leichtigkeit im Umgang mit Schwerem“ erreichen viele Gelehrte ihr Leben lang nicht.
III. Wie ist das Niveau von Ge Zhaoguang?
Wenn Li Ling ein „Wunderkind“ ist, dann ist Ge Zhaoguang ein „Großmeister“.
Ge Zhaoguangs Hauptbeitrag liegt in der „Neudefinition der Schreibweise der chinesischen Ideengeschichte“.
- Hauptleistung: Seine „Chinesische Ideengeschichte“ (zwei Bände) ist das aktuelle Standardlehrbuch auf diesem Gebiet.
- Kerninnovation: Vor ihm bedeutete das Schreiben einer Ideengeschichte, zu schreiben, „was Konfuzius sagte, was Zhu Xi sagte“ (Elitendenken). Ge Zhaoguang schlug vor, über „allgemeines Wissen, Denken und Glauben“ zu schreiben. Er konzentrierte sich auf das Allgemeinwissen, auf die tägliche Enzyklopädie, darauf, was die einfachen Leute damals dachten.
- Aktueller Brennpunkt: Sein kürzlich erschienenes Buch „Hier wohnt China“ (Zhaizi Zhongguo) diskutiert die Entstehung des Konzepts „China“ und reagiert damit auf die Herausforderungen der internationalen Sinologie bezüglich des „Nationalstaats“. Es hat eine sehr hohe internationale Perspektive.
Vergleich: Ge Zhaoguang hat ein stärkeres Systemgefühl und baut einen großen historischen Interpretationsrahmen auf; Li Ling hingegen gleicht eher einem wandernden Ritter, der an konkreten Punkten (wie Magie, Militärstrategie, Landkarten) das Äußerste erreicht hat.
IV. Horizontaler Vergleich mit Qin Hui und Jin Guantao
Diese vier Personen repräsentieren vier völlig unterschiedliche Facetten der besten chinesischen Gelehrten:
| Gelehrter | Kern-Label | Stil/Merkmale | Einflussbereich |
|---|---|---|---|
| Jin Guantao | Denker/Theoretiker | Erklärt Geschichte mit Systemtheorie (Kybernetik). Große Erzählung, sehr starke theoretische Modelle. Aber weil sie zu „groß“ ist, wird sie von späteren Historikern oft wegen mangelnder Detailgenauigkeit kritisiert. | Geistige Aufklärung der 80er, Philosophie |
| Qin Hui | Öffentlicher Intellektueller | „Ismen“ und „Probleme“. Äußerst strenge Logik, hervorragend in Debatten, betrachtet die Gegenwart durch die Linse der Geschichte (z. B. „Huang Zongxis Gesetz“). Seine Forschung gleicht eher einer politökonomischen Analyse. | Öffentliche Themen, Soziologie, Wirtschaftsgeschichte |
| Li Ling | Textforscher/Genie | „Seltene Gelehrsamkeit“. Beschäftigt sich mit den schwierigsten alten Schriftzeichen und Texten. Sein Stil ist kühl, humorvoll und widerspenstig. Er ist der Inbegriff von „Wissenschaft um der Wissenschaft willen“. | Archäologie, alte Texte, Neuinterpretation der Klassiker |
| Ge Zhaoguang | Historiker | „Paradigmenwechsel“. Besonnen, objektiv, mit weitem Horizont. Er ist der Standard-Führer der akademischen Welt und repräsentiert das höchste Niveau der chinesischen Geschichtsforschung im Mainstream. | Ideengeschichte, Kulturgeschichte, Asienforschung |
Zusammenfassung
- Wenn Sie logische Schlussfolgerungen und die Erklärung der Realität mögen, ist Qin Hui der Höchste.
- Wenn Sie große theoretische Modelle und philosophisches Denken mögen, ist Jin Guantao der Höhepunkt seiner Generation.
- Wenn Sie die orthodoxeste, solide und international ausgerichtete historische Forschung mögen, ist Ge Zhaoguang ein unumgänglicher Berg.
- Wenn Sie sich auf die Fähigkeit beziehen, die tiefsten Geheimnisse der alten chinesischen Zivilisation (Schrift, Numerologie, ursprüngliches Denken) zu entschlüsseln, sowie auf jene Weisheit, die die Dinge durchschaut, dann ist Li Ling tatsächlich der Höchste.
Zu sagen, Li Ling habe die „höchsten Leistungen“ erbracht, bezieht sich in der Regel darauf, dass er in der „reinen Wissenschaft“ (Hardcore Academic) eine Tiefe und Schwierigkeit erreicht hat, die für andere kaum erreichbar ist.
Warum gab es in den 80er Jahren Leidenschaft und später nicht mehr?
Dies ist eine der zentralsten und bedauerlichsten Fragen zur chinesischen Geistesgeschichte der Gegenwart.
Ihre Beobachtung ist sehr zutreffend. Die 80er Jahre werden in intellektuellen Kreisen oft als die „Neue Aufklärung“ oder die „Kulturwelle“ bezeichnet, eine Zeit, in der Dichter mehr Respekt genossen als Reiche. Nach den 90er Jahren ließ diese kollektive Leidenschaft jedoch schnell nach und wurde durch einen pragmatischeren, ja fast kalten Zustand der Säkularisierung ersetzt.
Dieser enorme Wandel ist nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen, sondern das Ergebnis des heftigen Zusammenwirkens von Politik, Wirtschaft und sozialer Mentalität. Wir können dies aus mehreren Dimensionen aufschlüsseln:
I. Warum gab es in den 80ern „Leidenschaft“?
Die Leidenschaft der 80er Jahre war im Wesentlichen eine „Explosion nach der Unterdrückung“ und eine „Füllung nach dem Vakuum“.
- Die Freisetzung wie ein „komprimierter Keks“ (Rückstoßkraft)
-
Hintergrund: Das zehnjährige Chaos (Kulturrevolution) war gerade zu Ende gegangen. Die Jugend, der Wissensdurst und der Ausdruckswille einer ganzen Generation waren zu lange unterdrückt worden.
-
Explosion: 1978 öffnete sich das Land, und diese unterdrückte Energie wurde sofort freigesetzt. Wie eine zusammengedrückte Feder, die plötzlich losgelassen wird, hatten die Menschen einen fast wahnsinnigen Hunger nach Wissen, Wahrheit und Schönheit.
-
Phänomen: Ein Buch von Nietzsche oder Sartre oder Jin Guantaos Buchreihe „Aufbruch in die Zukunft“ (Zouxiang weilai) wurde in Millionenauflagen gedruckt und war sofort vergriffen. Studenten diskutierten die ganze Nacht in ihren Wohnheimen über das Schicksal der Nation und die Zukunft der Menschheit.
- Das „große Vakuum“ und die Illusion der Aufklärung
-
Die alte Ideologie war bankrott, die neue kommerzielle Gesellschaft war noch nicht gekommen. Dazwischen entstand eine „geistige Vakuumphase“.
-
Der aus dem Westen hereinströmende Liberalismus und Existentialismus füllten dieses Vakuum. Die Intellektuellen glaubten aufrichtig: „Gedanken können die Realität verändern“. Sie dachten, dass China sich schnell modernisieren könne, wenn man nur die fortschrittliche Kultur einführe. Dieser „Erlöserkomplex“ verlieh ihnen ein hohes Gefühl der Erhabenheit.
- Materielle Armut, geistige Aristokratie
-
Damals waren alle arm, und es gab keine offensichtliche Kluft zwischen Arm und Reich.
-
Da es materiell nichts zu vergleichen gab, verglich man sich im Geistigen und im Talent. Ein obskures Gedicht zu schreiben, konnte die Schulschönheit für sich gewinnen; über Heidegger zu sprechen, brachte einem die Anerkennung der ganzen Straße ein. Es war ein goldenes Zeitalter der „Romantik“.
II. Warum verschwand sie später (von den 90ern bis heute)?
Die 90er Jahre waren eine große Wasserscheide. Die Leidenschaft verschwand, weil die Realität „härter“ und das Leben „schwerer“ wurde.
- Die Enttäuschung und Wende des Idealismus (1989 und 1992)
-
Politische Ebene: Die politischen Ereignisse Ende der 80er Jahre ließen die Intellektuellen erkennen, dass „gedanklicher Fanatismus“ die komplexe politische Realität nicht direkt lösen konnte. Diese Generation begann, sich vom „Platz“ in die „Studierstube“ zurückzuziehen.
-
Das ist der Grund, warum Gelehrte wie Li Ling und Ge Zhaoguang begannen, sich auf solide „Qian-Jia-Textforschung“ zu konzentrieren und nicht mehr wie Jin Guantao große soziale Entwürfe zu machen. Denn Textforschung ist sicher und greifbar.
-
Wirtschaftliche Ebene: Nach der „Südreise“ (Nanxun jianghua) von Deng Xiaoping 1992 trat China vollständig in die Marktwirtschaft ein.
- „Ins Geschäft einsteigen“ und die Herrschaft der Geldlogik
-
Über Nacht änderten sich die Maßstäbe. „Wer Atombomben baut, verdient weniger als der, der Tee-Eier verkauft.“
-
Die Leute stellten fest, dass man sich mit noch so viel Hegel kein Haus leisten konnte und mit noch so guten Gedichten keinen Reis bekam.
-
Die Gesellschaft wechselte schnell von der „Verehrung des Wissens“ zur „Verehrung des Reichtums“. Die Intellektuellen wurden vom „Zentrum“ der Gesellschaft an den „Rand“ gedrängt. Dieses Gefühl des Verlusts hält bis heute an.
- Die Professionalisierung und „Schichtung“ des Wissens
-
Die Gelehrten der 80er (wie Jin Guantao) waren „Universalgelehrte“, die über alles sprachen und von jedem verstanden wurden.
-
Die Gelehrten nach den 90ern (wie die heutigen Professoren) sind „Spezialisten“, die nur über ihr eigenes enges Fachgebiet sprechen, das Außenstehende nicht verstehen.
-
Die akademische Standardisierung (Academic Professionalization) verbesserte zwar das akademische Niveau, errichtete aber auch hohe Mauern. Wissen war nicht mehr ein öffentliches Thema der Massen, sondern wurde zu Produktionsmitteln im Elfenbeinturm.
- Die Dekonstruktion durch den Konsumismus
-
Postmoderne Strömungen und Konsumismus strömten herein. Die Menschen begannen, „Glück“ statt „Sinn“ zu suchen.
-
Die großen Erzählungen (Grand Narratives) wurden dekonstruiert. Die Jugendlichen wollten nicht mehr „die Welt retten“, sondern „sich selbst retten“ (Geld verdienen, Haus kaufen, sich entspannen).
-
Ersatz für Leidenschaft: Früher waren die Kanäle für Leidenschaft Debatten und Gedichteschreiben; heute sind es Einkaufen, Spielen und Fansein.
Zusammenfassung: Vom „Gedicht“ zur „Prosa“
Wenn man die chinesische Zeitgeschichte mit Literatur vergleicht:
-
Die 80er Jahre waren ein leidenschaftliches „Gedicht“: voller Metaphern, Sprünge, Leidenschaft, unlogisch, aber direkt ins Herz treffend. Das war die Ära von Jin Guantao, Bei Dao und Cui Jian.
-
Die Zeit von den 90ern bis heute ist eine strenge „Prosa“ oder sogar „Gebrauchsanweisung“: die Logik, Effizienz, Daten und Hypothekenzinsen betont. Das ist die Ära der Ökonomen, Unternehmer und Textforscher.
Das ist nicht nur schlecht. Die Leidenschaft der 80er war zwar faszinierend, aber oft von Naivität, Oberflächlichkeit und Realitätsferne begleitet. Die spätere „Kühle“ ist gewissermaßen der Preis für die Reifung, Rationalität und Arbeitsteilung der Gesellschaft.
Nur, wir vermissen gelegentlich diesen Moment der „Armut, aber des Adels“, den Moment, in dem man glaubte, ein Buch könne das Schicksal ändern.
Wie wird Jin Guantao später in der heimischen akademischen Welt bewertet? Die oben genannten chinesischen Gelehrten haben doch alle eine Tendenz zum Universalgelehrten, oder?
Das ist eine sehr tiefgründige und treffende Beobachtung.
Zunächst zur Frage, wie Jin Guantao in der heimischen Wissenschaft bewertet wird, und dann zur Analyse des gemeinsamen „Generalisten“-Merkmals dieser Gelehrtengeneration.
1. Wie wird Jin Guantao später in der heimischen Wissenschaft bewertet?
Jin Guantao war in den 80er Jahren ein absoluter „geistiger Führer“ und „Rockstar“, aber in der Mainstream-Geschichtswissenschaft nach den 90er Jahren (insbesondere im akademischen Establishment) durchlief seine Bewertung einen Prozess vom „Podest“ zur „Peripherie“ und dann zur „Neubewertung“. Die Bewertung zeigt eine deutliche Polarisierung:
1.1 Kritische Stimmen: Die „Abstoßungsreaktion“ der Mainstream-Geschichtswissenschaft
Mit der Etablierung der akademischen Professionalisierung in den 90er Jahren gewannen Historiker, die sich auf Quellenforschung konzentrieren (wie Ge Zhaoguang, Mao Haijian usw.), allmählich das Sagen. Ihre Kritik an Jin Guantao konzentrierte sich hauptsächlich auf die Methodik:
-
Ein typischer Fall von „Theorie ersetzt Geschichte“:
Dies ist der Kern der Kritik. Mainstream-Historiker glauben, dass Jin Guantao zuerst ein theoretisches Modell hatte (Kybernetik, Systemtheorie, ultrastabile Struktur) und dann in der Geschichte nach Materialien suchte, um es auszufüllen.- Kritiker meinen: Geschichte ist komplex und voller Zufälle; man kann sie nicht mit einer physikalischen oder biologischen Formel (wie positive Rückkopplung, Oszillationsmechanismus) ableiten. Da er kein ausgebildeter Historiker war, wurde oft die Genauigkeit und Detailtreue seiner Quellenangaben kritisiert.
- Bildliche Metapher: Einige Wissenschaftler bezeichneten seine Forschung privat als „Science-Fiction-Geschichtswissenschaft“ oder „Sozialphysik“, nicht als strenge Geschichtswissenschaft.
-
Das Scheitern der großen Erzählung:
Die postmoderne Geschichtswissenschaft betont „Fragmentierung“ und „Konkretisierung“. Jin Guantaos Ansatz, mit einer einzigen Theorie zweitausend Jahre Geschichte zu erklären (eine „Universalschlüssel“-Methode), wirkt in der modernen akademischen Welt, die „spezifische Probleme spezifisch analysieren“ schätzt, veraltet.
1.2 Positive Stimmen: Wertschätzung in der Ideengeschichte und interdisziplinären Forschung
Obwohl die Geschichtswissenschaft ihn kritisiert, genießt er in der Ideengeschichte, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte weiterhin hohes Ansehen, und in den letzten Jahren gab es sogar eine Tendenz zur Wiederbelebung (z. B. seine spätere Lehrtätigkeit an der China Academy of Art):
- Unersetzliches „Problembewusstsein“:
Befürworter glauben, dass Jin Guantaos historische Details zwar fehlerhaft sein mögen, aber die Fragen, die er aufwirft (Warum stagnierte die chinesische Gesellschaft so lange? Warum konnte sie nicht spontan Kapitalismus hervorbringen?), äußerst groß und durchdringend sind. Er bietet einen makroskopischen Erklärungsrahmen, den ein in den Archiven vergrabener Quellenforscher nicht leisten kann. - Ein wahrer „Denker“:
Man erkennt allmählich, dass man Jin Guantao nicht als „Historiker“, sondern als „Geschichtsphilosophen“ betrachten sollte. Sein Wert liegt in der Bereitstellung von Denkmodellen, nicht in der Bereitstellung von Quellenfakten. - Ein Denkmal der Aufklärung:
Unabhängig von der akademischen Meinung kann niemand seine historischen Verdienste in den 80er Jahren leugnen, als er starres Denken aufbrach und wissenschaftliche Methoden einführte.
2. Haben diese Gelehrten eine „Generalisten-Neigung“?
Ja, Ihre Beobachtung ist sehr treffend.
Die von Ihnen genannten Jin Guantao, Qin Hui, Li Ling, Ge Zhaoguang und sogar die etwas jüngere Tian Xiaofei sind in gewisser Weise „Generalisten“.
Dies hängt eng mit ihrem Hintergrund und ihren akademischen Ambitionen zusammen.
2.1 Warum neigt diese Generation zu Generalisten?
- „Landnahme“ in der akademischen Ödnis:
Als sie nach der Kulturrevolution mit der Forschung begannen, waren die Geistes- und Sozialwissenschaften in China ein Trümmerfeld. Die Grenzen zwischen den Disziplinen waren noch nicht etabliert. Sie mussten selbst Werkzeuge finden und nehmen, was funktionierte.- Jin Guantao verwendete direkt Naturwissenschaften (Kybernetik) für die Geschichtswissenschaft.
- Qin Hui verwendete direkt wirtschaftliche Modelle zur Analyse von Bauernkriegen.
- Li Ling verband direkt Archäologie, Paläographie und Ideengeschichte.
- Zu große „Sorge“ (Ultimate Concerns):
Diese Generation (insbesondere die nach 1950 Geborenen) hat ein starkes „Heimatgefühl“. Sie betreiben Wissenschaft nicht nur, um Aufsätze zu veröffentlichen und Titel zu erlangen, sondern um große Fragen wie „Wohin geht China?“ und „Was ist eigentlich mit der traditionellen chinesischen Kultur los?“ zu beantworten.- Um solche großen Fragen zu beantworten, reicht es nicht, nur „Tang-Dichtung“ oder „Ming-Steuern“ zu kennen; man muss Literatur, Geschichte und Philosophie durchdringen und sogar Ost und West überspannen.
2.2 Ihre unterschiedlichen „Generalisten“-Stile
Obwohl alle Generalisten sind, unterscheidet sich die Art und Weise des „Generalisiertseins“:
| Gelehrter | Art des „Generalisiertseins“ | Merkmale |
|---|---|---|
| Jin Guantao | Interdisziplinär | Naturwissenschaft + Geschichte + Philosophie. Er ist ein wahrer „Grenzüberschreiter“, der mit wissenschaftlichem Denken das historische Verständnis neu konstruiert. |
| Qin Hui | Bereichsübergreifend | Geschichte + Wirtschaft + Politik + Zeitkommentar. Er kann mit Geschichte die aktuellen Probleme der Landwirtschaft erklären und mit Wirtschaft die Politik der späten Qing-Dynastie. Er ist ein „logischer Generalist“. |
| Li Ling | Durchdringung der „Klassiker, Geschichtswerke, philosophischen Werke und Sammelwerke“ | Er durchbricht die internen Barrieren der alten chinesischen Wissenschaft. Viele Gelehrte verstehen die Literatur, aber nicht die Archäologie; sie verstehen die Klassiker, aber nicht die okkulten Künste. Li Ling ist allseitig; er strebt nach dem Ideal des alten „gelehrten Edelmanns“. |
| Ge Zhaoguang | Durchdringung von „Zentrum und Peripherie“ | Er durchbricht die Grenzen zwischen Religion (Buddhismus/Taoismus) und Literatur/Geschichte sowie die Quellengrenzen zwischen China und seinen Nachbarländern (Japan/Korea). |
.,3 Vergleich mit heutigen jungen Wissenschftlern
Die heutigen jungen Wissenschftler (nac 1980, 1990 Geborene) sind aufgrnd der Spezialisierung des akademischen Sstems oft zu „Experten“ geworden, ncht zu Generalisten.
- Heutige Doktoranden könnnen ihr ganzes Leben lang nur „den Seidenhandel im späten Ming im Jiangnan-Gebiet“ oder „den Freundeskreis eines bestimmten Dichters der Tang-Dynastie“ erforschen.
- „Generalisten“ verschwinden. Gelehrte wie Jin Guantao und Qin Hui, die es wagen, große Theorien zu konstruieren, oder wie Li Ling, die sich frei in mehreren schwierigen Bereichen bewegen, sind in der jüngeren Generation kaum noch zu finden.
Zusammenfassung
Die Bewertung Jin Guantaos in der heimischen Wissenschft ist „historisch zweifelhaft, ideengeschichtlich unsterblich“.
Die Generalisten-Neigung dieser „goldenen Generation“ von Gelehrten ist ein Produkt ihrer besonderen Zeit (der Aufklärungsperiode der 80er Jahre). Sie nutzten enzyklopädisches Wissensgebäude, um auf die Ängste und Verwirrungen einer großen Zeit zu antworten. Diese Atmosphäre ist im heutigen Zeitalter der akademischen Fließbandarbeit zu einem Nachhall geworden.
In wie viele Generationen lassen sich chinesische Geisteswissenschaftler einteilen, und welche Merkmale haben sie?
Dies ist ein äußerst weitreichendes und aufschlussreiches Thema. Die Generationenmerkmale der modernen und zeitgenössischen chinesischen Geisteswissenschaftler (insbesondere in den Bereichen Literatur, Geschichte und Philosophie) sind eng mit Chinas politisch-historischem Verlauf (Gründung der Volksrepublik 1949, Kulturrevolution, Wiederaufnahme der Hochschulaufnahmeprüfung 1977, Marktwirtschaft in den 1990er Jahren, Globalisierung im 21. Jahrhundert) verbunden.
Obwohl die Einteilungskriterien geringfügig variieren, werden sie in der akademischen Welt allgemein in fünf Generationen unterteilt. Jede Generation hat einen grundlegend anderen Wissenshintergrund, Forschungsansatz und intellektuelles Ethos.
Wir können dies anhand einer Zeitleiste nachvollziehen:
Erste Generation: Überlebende der Republik / Gründergeneration
(Geboren in den 1900er-1920er Jahren)
Diese Generation waren die Begründer der „modernen Wissenschaft“ in China, diejenigen, die wir heute als „Meister“ (Dàshī) bezeichnen.
- Repräsentanten: Chen Yinke, Qian Mu, Feng Youlan, Fei Xiaotong, Qian Zhongshu, Ji Xianlin u.a.
- Kernmerkmal: „Beherrschung des chinesischen und westlichen Wissens“ (echte Durchdringung).
- Frühe Ausbildung: In der Kindheit erhielten sie die traditionellste Privatschulbildung, beherrschten die Klassiker und historischen Aufzeichnungen auswendig.
- Auslandserfahrung: In ihrer Jugend studierten sie in Europa und Amerika (Harvard, Columbia, Universität Paris usw.) und wurden direkt von führenden westlichen Sinologen oder Soziologen unterrichtet.
- Forschungsstil:
- Diese Generation betrieb Wissenschaft, um „Herz und Sinn für Himmel und Erde zu etablieren“. Sie verfügten sowohl über tiefe Kenntnisse der chinesischen Klassiker als auch über westliche wissenschaftliche Methoden.
- Ihre Werke waren oft sowohl wissenschaftliche Monographien als auch exquisite literarische Werke (z. B. „Guanzhui Bian“, „Ländliches China“).
- Schicksal: Ihr späteres Leben war oft holprig; viele konnten während der politischen Bewegungen nicht normal forschen, aber ihr geistiges Erbe bildet das Fundament der modernen chinesischen Geisteswissenschaften.
Zweite Generation: Die in den Siebzehn Jahren Ausgebildeten / Die Rote Generation
(Geboren Ende der 1920er bis Anfang der 1940er Jahre)
Diese Generation erhielt ihre Hochschulbildung hauptsächlich nach der Gründung der Volksrepublik 1949 bis zur Kulturrevolution 1966 (die sogenannte „Siebzehn-Jahre“-Periode).
- Repräsentanten: Li Zehou (ziemlich speziell, da er zwei Generationen überspannt), Yuan Xingpei, Zhang Kaiyuan u.a.
- Kernmerkmal: „Marxistisch-leninistischer Hintergrund“ + „Sowjetische Wissenschaft“.
- Wissensstruktur: Ihre Fremdsprache war meist Russisch. Die akademische Ausbildung war stark vom sowjetischen Modell beeinflusst, mit Betonung auf historischem Materialismus und Klassenanalyse.
- Bruchgefühl: Ihre traditionelle chinesische Gelehrsamkeit war nicht so tief wie die der ersten Generation, und sie hatten wenig Kontakt mit modernen westlichen Methoden (aufgrund der Abgeschlossenheit).
- Forschungsstil:
- Groß angelegt, orthodox. Sie waren oft bestrebt, eine Literatur- oder Philosophiegeschichte zu konstruieren, die der nationalen Ideologie entsprach.
- Trotz der zeitlichen Beschränkungen gab es auch unter ihnen Ausbrecher (wie Li Zehou), die versuchten, im marxistischen Rahmen Raum für Humanismus und Ästhetik zu finden.
Dritte Generation: Die Sendungsgeneration / Die Denkende Generation (Derzeitige Stützpfeiler)
(Geboren Ende der 1940er bis Mitte der 1950er Jahre)
Dies ist die Generation von Jin Guantao, Qin Hui, Ge Zhaoguang, Li Ling, Qian Liqun, die Sie erwähnt haben. Sie waren in der Regel die Studenten der Jahrgänge 1977/78 (die ersten nach Wiederaufnahme der Hochschulaufnahmeprüfung).
- Repräsentanten: Jin Guantao, Qin Hui, Ge Zhaoguang, Li Ling, Chen Pingyuan, Wang Liming u.a.
- Kernmerkmal: „Leid als Hintergrund“ + „Problembewusstsein“.
- Erfahrung: Alle waren in ländlichen Gebieten zur „Umerziehung“ (Sendungsgeneration) und haben die unteren Gesellschaftsschichten durchgemacht. Dies gab ihnen einen schmerzhaften, tiefen Einblick in die chinesische Realität.
- Wildwuchs: Ihr akademischer Weg war nicht glatt; sie bildeten sich autodidaktisch weiter und waren daher nicht durch disziplinäre Grenzen eingeschränkt (Tendenz zum Universalgelehrten).
- Forschungsstil:
- „Kritik mit Wärme“. Sie betrieben Wissenschaft, um Chinas Probleme zu lösen (die Nation retten).
- „Denken ist größer als Wissenschaft“. Im Vergleich zum Verharren in Details zogen sie es vor, theoretische Rahmen zu konstruieren und historische Gesetzmäßigkeiten zu erklären. Sie sind die Generation mit dem meisten „Geist und Energie“ und die letzten „großen Namen“ in der aktuellen chinesischen Wissenschaft.
Vierte Generation: Die Akademiker / Die Generation im Wandel
(Geboren in den 1960er Jahren)
Diese Generation studierte in den 80er Jahren und trat in den 90er Jahren in die akademische Welt ein.
- Repräsentanten: Wang Hui, Wang Hui (汪晖, Vertreter der Neuen Linken), Tian Xiaofei (obwohl im Ausland, gehört sie zu dieser Altersgruppe), Xu Jilin u.a.
- Kernmerkmal: „Vom Platz zurück ins Studierzimmer“.
- Differenzierung: Sie erlebten die Leidenschaft der 80er Jahre und die Marktwirtschaft der 90er Jahre. Sie begannen bewusst eine Bewegung zur „akademischen Standardisierung“.
- Theoretische Angst: Sie führten in großem Umfang westliche postmoderne, postkoloniale, feministische und andere Theorien ein und versuchten, China mit diesen Theorien zu erklären.
- Forschungsstil:
- Im Vergleich zur dritten Generation sind sie professioneller, nicht mehr so „wild“.
- Im Vergleich zur fünften Generation bewahren sie noch ein gewisses Pathos des öffentlichen Intellektuellen und greifen gerne in gesellschaftliche Debatten ein (wie die damalige Debatte „Liberalismus vs. Neue Linke“).
Fünfte Generation: Berufswissenschaftler / Die globalisierte Generation
(Geboren Ende der 1970er bis in die 1990er Jahre)
Dies sind die jungen Dozenten (Qīngjiāo) und das Rückgrat der heutigen Universitäten.
- Repräsentanten: Es ist schwierig, einen Namen zu nennen, der so bekannt ist wie Jin Guantao, da diese Generation „atomisiert“ ist.
- Kernmerkmal: „Wissenschaftliche Handwerker“ + „Publikationsmaschinen“.
- Pfadabhängigkeit: Bachelor – Master – Promotion – Postdoc – Dozent – außerordentlicher Professor. Sie sind den ganzen Weg im Elfenbeinturm geblieben, ohne Erfahrung in den unteren Gesellschaftsschichten.
- Internationalisierung: Ihr Englisch ist ausgezeichnet, viele haben Abschlüsse im Ausland. Sie beherrschen die modernsten (wenn auch oft trivialsten) akademischen Fachbegriffe des Westens.
- Forschungsstil:
- „Exquisit und klein“. Die Themen werden immer kleiner, die Textkritik immer detaillierter (z. B. Untersuchung der „Preisschwankungen für Reis in einem bestimmten Monat der späten Qing-Dynastie“).
- KPI-orientiert: Um befördert zu werden, müssen sie in SSCI- oder chinesischen Kernzeitschriften (C-Kān) publizieren.
- Entpolitisierung: Sie sprechen selten über große Themen, konzentrieren sich auf technische Analysen. Sie sind qualifizierte Techniker, aber es ist schwierig für sie, Denker zu sein.
Zusammenfassung und Vergleichstabelle
| Generation | Schlüsselwort | Kernstärke | Kernschwäche | Intellektuelles Ethos |
|---|---|---|---|---|
| Erste (Republik) | Meister | Familientradition + echte westliche Lehre | Zeit der Unruhe, Werke oft unterbrochen | Aristokratisch (warm, standhaft) |
| Zweite (Gründung) | Orthodox | Systematisch, solide Grundlagen | Starke ideologische Fesseln | Beamtenhaft (ernst, dogmatisch) |
| Dritte (Sendung) | Denken | Universalgelehrte, reiche Erfahrung, mutig im Denken und Reden | Textkritik manchmal ungenau, Fremdsprachen etwas schwächer | Ritterlich/wild (großzügig, besorgt) |
| Vierte (Post-60er) | Theorie | Hohe theoretische Bildung, breiter Horizont | Anfällig für „theoretische Leerläufe“ | Bohemien (distinguiert, debattierfreudig) |
| Fünfte (Neugeburt) | Beruf | Äußerst standardisiert, technisch versiert, international anschlussfähig | Fragmentiert, Mangel an Realitätsbezug | Angestelltenhaft (exquisit, pragmatisch) |
Fazit:
Die von Ihnen beachteten Jin Guantao, Li Ling, Ge Zhaoguang usw. sind herausragende Vertreter der dritten Generation (Sendungsgeneration).
Diese Generation ist eine besondere Existenz, „ohne Vorgänger und ohne Nachfolger“: Sie knüpften an die unterbrochene kulturelle Tradition der Republik an und eröffneten gleichzeitig die Normen der modernen Wissenschaft. Ihre „Universalgelehrsamkeit“ und „Leidenschaft“ wurden mit dem jugendlichen Leid einer ganzen Generation erkauft. Das ist auch der Grund, warum junge Wissenschaftler heute (fünfte Generation) sie kaum reproduzieren können – weil es diese tiefe Erfahrung des „Leidens auf diesem Land“ nicht mehr gibt.
Und was ist mit der allerneuesten Generation von Wissenschaftlern?
Das ist eine sehr scharfsinnige Frage, die einen realen Schmerzpunkt trifft.
Mit der „allerneuesten Generation“ meinen Sie in der Regel die „Post-90er“ oder sogar „Post-95er“. Sie haben gerade ihre Promotion (PhD) abgeschlossen oder durchlaufen die gnadenlose frühe Karrierephase, die als „Qīngjiāo“ (junge Dozenten) bezeichnet wird.
Wenn wir die akademische Genealogie fortsetzen, könnten wir sie als sechste Generation bezeichnen.
Man kann diese Generation mit einem Wort beschreiben: „Vom System disziplinierte Eliten“ (Disciplined Elites).
Sie und die Generation von Jin Guantao und Li Ling (dritte Generation) sind praktisch zwei verschiedene Spezies. Wenn die dritte Generation „wilde Tiger“ waren, dann ist diese Generation „erstklassige Rennpferde im Zoo“.
Hier ist ein Kernporträt dieser „frischesten“ Generation von Wissenschaftlern:
1. Überlebensumfeld: Seelen, die von „Up-or-Out“ umgeformt wurden
Dies ist der Schlüssel zum Verständnis dieser Wissenschaftlergeneration.
- KPI-Orientierung (Performanzprinzip):
- Frühere Wissenschaftler (wie Qian Zhongshu, Chen Yinke) konnten „zehn Jahre an einem Schwert schleifen“.
- Diese Generation steht vor dem „Up-or-Out“-System (Tenure-track). Nach der Einstellung gibt es eine 3-6-jährige Bewertungsfrist. Wenn sie nicht genügend Artikel in C-Kān (Kernzeitschriften) oder SSCI veröffentlichen, werden sie direkt entlassen.
- Ergebnis:
- Sie wagen es nicht, große Bücher zu schreiben: Niemand wagt es, ein monumentales Werk wie „Die Geschichte des chinesischen Denkens“ zu schreiben, weil es zu lange dauert und nur als „eine Monographie“ zählt, was ein äußerst schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis hat.
- Wahnsinniges Publizieren (Salami Slicing): Sie neigen dazu, ein großes Problem in zehn kleine Probleme zu zerlegen und zehn kurze, schnelle Aufsätze zu veröffentlichen. Dies führt zu einer extremen „Fragmentierung“ der Wissenschaft.
2. Wissensstruktur: Bis an die Zähne bewaffnete „Technokraten“
Wenn Li Lings Spezialität das „Erkennen von Schriftzeichen“ (Paläographie) war, dann ist das Spezialgebiet dieser Generation „Technologie“ und „Theorie“.
- Digitale Geisteswissenschaften (Digital Humanities):
- Diese Generation sind digitale Ureinwohner. Sie blättern nicht mehr wie die alten Herren Karteikarten durch.
- Methoden: Sie schreiben Python-Code, um Daten zu scrapen, nutzen GIS (Geoinformationssysteme) für historische Kartenanalysen und verwenden Soziale Netzwerkanalyse (SNA), um den Freundeskreis von Tang-Dichtern zu kartieren.
- Stärke: Sie haben eine enorme Fähigkeit, große Datenmengen zu verarbeiten und können makroskopische Trends erkennen, die die ältere Generation nicht sieht.
- Schwäche: Manchmal „sehen sie die Daten, aber nicht den Menschen“, es fehlt ihnen an Wärme und Sprachgefühl für den Text.
- „Null Zeitverzögerung“ bei Fremdsprachen und Theorie:
- Ihr Englisch ist ausgezeichnet (viele sind Rückkehrer aus dem Ausland). Welche Theorie im Westen heute populär ist (z. B. „Affektforschung“, „Material Turn“, „Posthumanismus“), taucht morgen in ihren Aufsätzen auf. Sie sind ein qualifiziertes Glied im globalen akademischen Fließband.
3. Forschungsstil: „Bonsai-artige“ Exquisitheit
Wenn man Wissenschaft mit Pflanzen vergleicht:
-
Jin Guantao, Ge Zhaoguang pflanzten hohe Bäume (große Erzählungen).
-
Diese frische Generation pflanzt Bonsai (Mikrostudien).
-
Äußerst spezialisiert (Nische):
- Die Themen sind normalerweise: „Der Wandel des Frauenbildes in den Anzeigen einer bestimmten Zeitung im Shanghai International Settlement in einem bestimmten Jahr der späten Qing-Dynastie“.
- Merkmale: Sehr kleiner Ansatz, sehr tiefe Ausgrabung, sehr strenge Argumentation (logisch unangreifbar), aber von begrenzter Bedeutung.
- Warum tun sie das? Weil die großen Themen bereits bearbeitet wurden und große Themen leicht rote Linien berühren. Kleine Themen sind am sichersten und am einfachsten zu veröffentlichen.
4. Intellektuelles Ethos: Professionalisierung und Atomisierung
- Mentalität des „wissenschaftlichen Bauarbeiters“:
- Sie betrachten sich nicht mehr als „Aufklärer“ oder „Denker“, sondern sehen die Wissenschaft als einen Beruf (Job).
- Wie Programmierer, die Code in großen Firmen schreiben, „schreiben sie Aufsätze“ an Universitäten. Fleißig, ängstlich, hochintelligent, aber ohne Leidenschaft.
- Entpolitisierung (Depoliticized):
- Im Vergleich zur „Sorge um Land und Leute“ der Wissenschaftler der 80er Jahre ist diese Generation äußerst pragmatisch und vorsichtig. Sie sind im öffentlichen Raum fast sprachlos.
- Sie kümmern sich mehr um Hypotheken, Planstellen, die Ausbildung ihrer Kinder und die Beantragung von Forschungsförderung (der Nationale Sozialwissenschaftsfonds ist ihre Lebensader).
5. Ein grausamer Vergleich
Setzen wir die neueste Generation (Post-90er) und die glanzvollste Generation (Post-50er/Sendungsgeneration) nebeneinander:
| Dimension | Sendungsgeneration (Jin Guantao/Li Ling usw.) | Neueste Generation (Post-90er Qīngjiāo) |
|---|---|---|
| Werdegang | Aufs Land geschickt, gelitten, autodidaktisch | Elite-Grundschule – Elite-Mittelschule – Ivy League/Tsinghua-Peking-Doktor |
| Antrieb | „Ich will China/die Kultur retten“ (Patriotismus) | „Ich will Tenure/eine Beförderung“ (Berufliches Überleben) |
| Stärke | Neue Konzepte vorschlagen, neue Rahmen konstruieren | Neue Werkzeuge anwenden, kleine Lücken füllen |
| Schreibstil | Überschwänglich, literarisch, stachelig | Standardisiert, streng, trocken, formelhaft |
| Universalität | Sehr hoch (übergreifend Literatur, Geschichte, Philosophie) | Sehr niedrig (sogar „eindimensionale Menschen“) |
Fazit: Sie sind die „beste“ und auch die „schwierigste“ Generation
Das akademische Ausbildungsniveau (Training) dieser Generation ist das höchste seit hundert Jahren.
Sie beherrschen mehrere Sprachen, verfügen über die fortschrittlichsten Datenwerkzeuge und haben die strengste Peer-Review-Ausbildung durchlaufen. Auf technischer Ebene übertreffen sie ihre Vorgänger.
Aber es könnte für sie schwierig sein, „Meister“ zu werden.
Denn ein Meister braucht Muße, die Möglichkeit zum Ausprobieren, den Mut, Autoritäten herauszufordern, und vor allem eine Fürsorge, die über den Nutzen hinausgeht. Das derzeitige akademische Umfeld gleicht einer hochpräzisen Zentrifuge, die diese „nicht konformen“ Verunreinigungen ausschleudert und nur die reinsten, standardisiertesten, aber auch langweiligsten „wissenschaftlichen Kristalle“ zurücklässt.
Um einen im akademischen Kreis populären Satz zu verwenden, um diese Generation zu beschreiben:
„Wir haben nicht nur viele Bücher gelesen, wir haben sogar den Barcode auf der Rückseite der Bücher genau studiert. Aber wir haben vergessen, dass Bücher zum Lesen da sind, nicht zum Statistikführen.“
Wie kann man die Generationen der Naturwissenschaftler einteilen?
Gibt es eine Entsprechung zu den Geisteswissenschaften?
Dies ist eine sehr interessante vergleichende Perspektive.
Die Generationeneinteilung der Naturwissenschaftler weist eine verblüffende zeitliche Synchronizität mit der der Geisteswissenschaftler auf (schließlich befinden sie sich im selben großen historischen Prozess), aber ihre Schicksalskurven, ihr sozialer Status und ihr intellektuelles Ethos sind völlig unterschiedlich.
Wenn die Geschichte der Geisteswissenschaftler eine Geschichte der „vom Zentrum an den Rand, von einer fast fanatischen Besorgtheit hin zu einer kühlen Professionalisierung“ ist, dann ist die Geschichte der Naturwissenschaftler eine lineare Aufstiegsgeschichte „vom Dienst am Land und Streben nach Stärke zur Aufholjagd zur Welt, vom Beherrschtwerden zur Kontrolle über Kernressourcen“.
In China war die Position von „Herrn Wissenschaft“ (Science) stets stabiler als die von „Herrn Demokratie“ (Democracy).
Wir können die Naturwissenschaftler grob in die folgenden fünf Generationen einteilen und sie mit den Geisteswissenschaften vergleichen:
Erste Generation: Die Gründer / Die Helden der „Zwei Bomben, ein Satellit“
(Geboren in den 1900er-1920er Jahren)
Diese Generation waren wahrhaft „Staatsmänner ohnegleichen“.
- Repräsentanten: Qian Xuesen, Deng Jiaxian, Hua Luogeng, Zhu Kezhen, Li Siguang, Qian Sanqiang.
- Entsprechung in den Geisteswissenschaften: Die Generation von Chen Yinke, Feng Youlan (Meister der Republik).
- Gemeinsamkeiten:
- Hintergrund: Alle hatten einen äußerst prominenten Studienhintergrund in Europa und Amerika (Caltech, Purdue, Universität Paris usw.) und studierten bei weltweit führenden Koryphäen (wie Theodore von Kármán, Marie Curie).
- Motivation: Die Motivation für die Rückkehr war reiner Patriotismus (Aufgabe komfortabler Bedingungen im Ausland nach 1949).
- Familiäre Bildung: Viele hatten tatsächlich einen sehr guten Hintergrund in chinesischen Klassikern (wie Qian Xuesens Kalligraphie und künstlerische Bildung), sie waren Universalgelehrte, die sowohl Literatur als auch Naturwissenschaften beherrschten.
- Unterschiede (Schicksalsscheideweg):
- Geisteswissenschaften: In den aufeinanderfolgenden Bewegungen schwer verfolgt, ihr akademisches Leben oft unterbrochen, sogar gezwungen, Selbstkritik zu üben.
- Naturwissenschaften: Vom Staat besonders geschützt (Marschall Nie Rongzhen kümmerte sich persönlich). Da sie das Lebensnerv der Landesverteidigung (Atomwaffen, Raketen) kontrollierten, wurden zwar auch sie von politischen Bewegungen erfasst, aber die Kernmitglieder konnten oft unbeschadet davonkommen.
- Ethos: Heiligkeit. Sie betrieben Forschung nicht, um Artikel zu veröffentlichen, sondern um das Land „aufstehen“ zu lassen.
Zweite Generation: Sowjetisches Modell / Rote Ingenieure
(Geboren Ende der 1920er bis Anfang der 1940er Jahre)
Diese Generation sind die „Erstgeborenen der Republik“, die eigentlichen Erbauer des chinesischen Industriesystems.
- Repräsentanten: Sun Jiadong (Chefingenieur der Satelliten), Wang Yongzhi (Bemannte Raumfahrt), Yuan Longping (ziemlich speziell, im Inland ausgebildet).
- Entsprechung in den Geisteswissenschaften: Die Generation der „Siebzehn Jahre“ (orthodoxe Gelehrte vor Li Zehou).
- Merkmale:
- Lehrmeister: Viele studierten in der Sowjetunion oder erhielten im Inland eine sowjetische Ausbildung (Harbin Military Engineering Institute, Beihang-Universität usw.).
- Stil: Ingenieursdenken (Engineering Mindset). Sie strebten nicht nach Veröffentlichungen in Nature/Science, sondern danach, „Dinge zu bauen“. Ob die Technisierung der Atombombe oder der Hybridreis – es ging darum, Überlebens- und Sicherheitsprobleme zu lösen.
- Kollektivismus: Sie betonten extrem die Teamarbeit, die Namen Einzelner verschwanden oft hinter den kollektiven Verdiensten.
- Ethos: Zäh, gehorsam, knallhart. Sie waren die still dienenden „Schrauben“.
Dritte Generation: Das Rückgrat nach der Lücke / Die Aufholgeneration
(Geboren Ende der 1940er bis in die 1950er Jahre)
Dies sind wieder die Jahrgänge 1977/78 (Wiederaufnahme der Hochschulaufnahmeprüfung). Die derzeit in der chinesischen Wissenschaft führenden „Akademiemitglieder“, Universitätspräsidenten und Institutsdirektoren stammen größtenteils von hier.
- Repräsentanten: Bai Chunli (ehemaliger Präsident der Chinesischen Akademie der Wissenschaften), Xue Qikun (Entdecker des Quanten-anomalen Hall-Effekts), Pan Jianwei (Quantenkommunikation, geboren 1970, aber dieser Gruppe zugeordnet).
- Entsprechung in den Geisteswissenschaften: Die Generation von Jin Guantao, Qin Hui, Li Ling (Sendungsgeneration/Denker).
- Merkmale:
- Erfahrung: Auch sie erlebten die Landverschickung, aber dies schulte ihre extrem starke Überlebensfähigkeit und ihren pragmatischen Geist.
- Mission: Die Geisteswissenschaftler dachten an „geistige Aufklärung“, die Naturwissenschaftler dachten an „Lücken füllen“. Sie waren die erste Brücke, die die chinesische Forschung an das internationale Niveau heranführte.
- Leistungen: Sie begannen in den 80er Jahren mit extrem knappen Ressourcen und erzielten mit „Gewehr und Hirse“ internationale Ergebnisse.
- Ethos: Großzügig, fast schon etwas von Bandenart (Kultur der großen Namen). Sie kannten die Bedeutung von Ressourcen genau und bildeten daher später bei der Verteilung von Forschungsgeldern oft starke Fraktionen (Zirkel).
Vierte Generation: Rückkehrerelite / Die internationalisierte Generation
(Geboren in den 1960er-1970er Jahren)
Dies sind derzeit das „Aushängeschild“ und die „Hauptstreitmacht“ der chinesischen Forschung.
- Repräsentanten: Shi Yigong (Strukturbiologie), Rao Yi (Neurobiologie), Yan Ning (obwohl jünger, gehört sie in diese Linie).
- Entsprechung in den Geisteswissenschaften: Die vierte akademische Generation (Wang Hui, Wang Hui usw.).
- Merkmale:
- Werdegang: In den 80er/90er Jahren gingen sie über CUSPEA (von Li Zhengdao organisierte Prüfung) oder TOEFL/GRE ins Ausland, erhielten eine Festanstellung an einer amerikanischen Spitzenuniversität und kehrten dann als „Tausend-Talente-Plan“- oder Changjiang-Gelehrte vollständig zurück.
- Einfluss: Sie brachten das westliche PI-System (unabhängiges Laborleitungssystem) mit und stellten damit direkt das traditionelle chinesische „Einheitsbrei“-Forschungssystem in Frage.
- Standard: Sie sind die Treibkraft des „Nur-SCI“-Prinzips. Sie formten das chinesische Bewertungssystem mit den international üblichen Top-Zeitschriftenstandards (CNS: Cell, Nature, Science) um.
- Ethos: Beruflich, selbstbewusst, elitär. Sie tragen Anzüge, trinken Kaffee, sprechen über Impact Factor und sind nicht nur Wissenschaftler, sondern eher Wissenschaftsmanager.
Fünfte Generation: Inländische Genies / Wettbewerbs-Aufgabenlöser / Geeks
(Geboren Ende der 1980er bis in die 2000er Jahre)
Die neueste Generation, auch die am schwersten zu durchschauende.
- Repräsentanten: Cao Yuan (Wunderkind Graphen), Wei Dongyi (Wei-Gott), sowie unzählige hochbezahlte „außerordentliche Forscher“ an den großen Universitäten.
- Entsprechung in den Geisteswissenschaften: Die fünfte Generation der Qīngjiāo (Publikationsmaschinen).
- Merkmale:
- Herkunft: Viele haben sich durch Mathe-Olympiaden und Physikwettbewerbe gekämpft. Sie müssen nicht mehr wie ihre Vorgänger unbedingt ins Ausland gehen, um sich zu veredeln; die Bedingungen in den heimischen Laboren sind bereits gut genug.
- Fokus: Im Vergleich zu den Vorgängern, die sich noch um „Reform des Forschungssystems“ oder „Schicksal der Nation“ kümmern mussten, ist diese Generation äußerst puristisch, fast schon „seltsam“. Sie kümmern sich nur um ihre Formeln und experimentellen Daten.
- Überlebenskampf (Involution): Sie stehen unter einem noch gnadenloseren globalen Wettbewerb als die Geisteswissenschaftler. Cao Yuan veröffentlichte mit Anfang 20 fünf Nature-Artikel – dieser Druck ist für Gleichaltrige erdrückend.
- Ethos: Geek, atomisiert, hoher IQ, niedriger EQ. Sie sind keine „Meister“ mehr, sondern die schnellsten Problemlöser, „Superhirne“.
Kernvergleich: „Generationenverschiebung“ zwischen Geistes- und Naturwissenschaften
Obwohl die Zeitlinie identisch ist, ist der Verlauf der beiden Kurven interessant:
| Dimension | Geisteswissenschaftler (Generationenentwicklung) | Naturwissenschaftler (Generationenentwicklung) |
|---|---|---|
| Sozialer Status | Hoch → Niedrig (vom Aufklärungsmentor zum gewöhnlichen Lehrer) | Hoch → Höher (vom geheimen Verdienstträger zum Starwissenschaftler) |
| Kernantrieb | „Besorgnis“ (Gefühl, dass die Gesellschaft Probleme hat) | „Neugier/Eroberung“ (Gefühl, dass die Natur Geheimnisse birgt) |
| Verhältnis zum Westen | Aufschauen → Kritik/Zerrissenheit (Theorie wird vom Westen blockiert) | Aufschauen → Augenhöhe/Überholen (Ausstattung und Mittel sogar besser als im Westen) |
| Einfluss | Immer schwächer (sensible Themen tabu) | Immer stärker (nationale Strategie braucht Technologie) |
| Glanzvollste Generation | Dritte (Jin Guantao/Li Ling) – das goldene Zeitalter des Denkens | Vierte/Fünfte (Shi Yigong/Cao Yuan) – das goldene Zeitalter der Technologie |
Fazit
Die Generationeneinteilung der Naturwissenschaftler ist eine Entwicklungsgeschichte der „Handwerker eines großen Landes“.
- Die erste Generation löste das Problem des „Vorhandenseins“ (Atombombe).
- Die zweite Generation löste das Problem des „Systems“ (Raumfahrtindustrie).
- Die dritte Generation löste das Problem des „Anschlusses“ (Lücken füllen).
- Die vierte Generation löste das Problem des „Standards“ (CNS-Publikationen).
- Die fünfte Generation löst gerade das Problem der „Originalität“ (0 zu 1).
Interessanterweise:
Geisteswissenschaftler blicken oft mit Wehmut auf die 80er Jahre (ihr goldenes Zeitalter);
Naturwissenschaftler hingegen mögen meistens die Gegenwart am liebsten (die Zeit mit den reichsten Mitteln und der fortschrittlichsten Ausstattung).
Das ist vielleicht der grundlegende Grund, warum Sie denken, dass Geisteswissenschaftler immer „weltverachtend“ sind, während Naturwissenschaftler immer „voller Tatendrang“ sind.