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RegistrierenAnmeldenStrukturelle Widersprüche und politische Dilemmata der Europäischen Währungsunion
Importiert@odus · 1. März, 19:07
Zusammenfassung der Unterhaltung
Der Euro ist ein politisches Friedensprojekt, weist aber wirtschaftlich erhebliche Mängel auf: Die Währungsunion bei gleichzeitiger fiskalischer Fragmentierung führt zu strukturellen Widersprüchen. Deutschland profitiert von einem unterbewerteten Wechselkurs, während die südeuropäischen Länder in Schuldenprobleme geraten. Die Kosten einer Auflösung sind weit höher als die des Status quo.
Unterhaltung
Hat die Rettungsaktion der USA im Jahr 2008 dazu geführt, dass der Markt nicht bereinigt wurde?
Das ist eine sehr tiefgründige wirtschaftliche Frage. Kurz gesagt: Die Rettungsaktion von 2008 führte dazu, dass der Markt „nicht vollständig bereinigt“ wurde, aber im Vergleich zu Japan in den 90ern oder späteren Entwicklungen in Europa war der Bereinigungsgrad in den USA tatsächlich recht hoch.
Dies ist keine Schwarz-Weiß-Frage mit „Ja“ oder „Nein“. Um dies zu verstehen, müssen wir „Marktbereinigung“ (Market Clearing) in drei Ebenen aufschlüsseln: faule Kredite und Insolvenzen (wie viele Unternehmen sind tatsächlich gestorben), Verschuldungsgrad (wurden die Schulden abgebaut) und Mechanismen und Moral Hazard (haben sich die Regeln geändert).
Hier ist eine detaillierte Analyse:
1. Ebene der faulen Kredite und Insolvenzen: Der Boden wurde bereinigt, die Spitze wurde „gerettet“
Viele haben das Gefühl, dass „die Regierung alle gerettet hat“, aber die Daten zeigen, dass der Boden der US-Wirtschaft eine sehr grausame Reinigung durchgemacht hat.
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Bodenständige Banken wurden grausam bereinigt: Obwohl Giganten wie Citigroup und Goldman Sachs gerettet wurden, erlebten die US-amerikanischen Regionalbanken ein Massaker. Von 2008 bis 2012 schloss die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) 465 bankrotte Banken. Zum Vergleich: In den fünf Jahren vor der Krise gab es nur 10 Schließungen. Dies zeigt, dass die Marktbereinigung auf der Ebene nicht systemrelevanter Institute sehr gründlich war.
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„Gewaltsame“ Bereinigung der Haushaltsbilanzen: Die USA haben nicht wie einige Länder versucht, die Hauspreise durch „Preiserhöhungen zur Lagerräumung“ zu schützen oder Zwangsvollstreckungen zu beschränken. Stattdessen erlebten die USA eine schreckliche Zwangsvollstreckungswelle (Foreclosure Crisis).
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Daten: Zwischen 2007 und 2013 verloren in den USA etwa 4,8 Millionen Haushalte ihr Zuhause.
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Ergebnis: Dieser schmerzhafte Prozess, so grausam er auch war, zwang die Hauspreise zurück in eine vernünftige Spanne (die Preise fielen um etwa 30% vom Höchststand) und beseitigte eine große Menge nicht zurückzahlbarer fauler Kredite.
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„Too Big To Fail“ an der Spitze: Dies ist das Kernargument für die Ansicht „keine Bereinigung“. TARP (Troubled Asset Relief Program) und die Kapitalspritzen der Fed ließen tatsächlich die Kerninstitutionen der Wall Street (wie AIG, die großen Investmentbanken) überleben. Dies bewahrte den „Zombie-Mechanismus“ – die größten Risikoträger trugen nicht die vollen Konsequenzen, was Moral Hazard hinterließ.
2. Ebene des Verschuldungsgrads: Privatsektor enthebelte gründlich, Staat erhöhte Hebel
Ein wichtiges Zeichen für Marktbereinigung ist „Deleveraging“ (Enthebelung). In dieser Hinsicht hat der US-Privatsektor besser abgeschnitten als die meisten Länder.
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Enthebelung von Haushalten und Unternehmen: Nach der Krise fiel das Verhältnis der US-Haushaltsschulden zum BIP von fast 100% im Jahr 2008 auf etwa 75% im Jahr 2019. Dies bedeutet, dass die US-Verbraucher im folgenden Jahrzehnt tatsächlich „Schulden zurückzahlten“ oder durch Insolvenzen „Schulden abschrieben“, anstatt die Schulden weiterzuwälzen.
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Der Preis war die Übernahme durch den Staat: Die Schulden des Privatsektors wurden auf den öffentlichen Sektor übertragen. Die Bilanz der Federal Reserve schwoll von 900 Milliarden Dollar vor der Krise auf später 4,5 Billionen Dollar (vor der Pandemie) an. Aus makroökonomischer Buchhaltungsperspektive war dies tatsächlich eine „Verzögerungstaktik“, die eine vollständige (aber möglicherweise zerstörerische) Bereinigung durch eine Deflationsspirale verhinderte.
3. Effizienzebene: Sind „Zombie-Unternehmen“ entstanden?
Dies ist der Goldstandard zur Bewertung des Erfolgs der „Bereinigung“. Nach dem Platzen der Blase in Japan in den 90ern führte die Angst der Banken vor Unternehmensinsolvenzen zu einer Vielzahl von „Zombie-Unternehmen“ (Zombie Companies), die Ressourcen aufsaugten und die Wirtschaft stagnieren ließen.
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Die USA schnitten besser ab als Europa und Japan: Studien (z. B. von der Fed und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) zeigen, dass der Anteil der „Zombie-Unternehmen“ in den USA nach der Krise zwar zunahm, aber weit unter dem in Europa und Japan lag.
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Grund: Das einzigartige US-Insolvenzrecht (Chapter 11) und der äußerst flexible Arbeitsmarkt ermöglichten es Unternehmen, sich schnell umzustrukturieren oder Personal abzubauen. Obwohl dies die US-Arbeitslosigkeit kurzzeitig auf 10% trieb, ermöglichte es auch, dass Kapital schnell aus ineffizienten Branchen abgezogen wurde und in die später boomenden Technologieaktien (FAANG usw.) floss.
Fazit: Bereinigt, aber zu ungleichen Kosten
Zurück zu Ihrer Frage: Wurde der Markt bereinigt?
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Für normale Menschen und kleine und mittlere Unternehmen: Ja, und zwar sehr gründlich. Häuser wurden weggenommen, kleine Banken gingen bankrott, die Arbeitslosigkeit schoss in die Höhe – die Blase wurde tatsächlich zum Platzen gebracht.
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Für systemrelevante Finanzinstitute: Nicht vollständig bereinigt. Die Rettungsmaßnahmen verhinderten eine noch größere Welle von Bankenpleiten, die eigentlich hätte stattfinden sollen.
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Für die wirtschaftliche Konstitution: Relativ bereinigt. Im Vergleich zu einigen Volkswirtschaften, die dauerhaft hohe Schulden und niedriges Wachstum aufrechterhielten, verdankte die US-Wirtschaft ihre starke Erholung in der Mitte bis Ende der 2010er Jahre weitgehend der schmerzhaften „Knochenreinigung“ zwischen 2008 und 2012.
Zusammenfassung in einem Satz: Die US-Rettungsaktion von 2008 war „eine Bereinigung und Erholung des Privatsektors auf Kosten der Verschlechterung der öffentlichen Bilanz und der Zunahme von Moral Hazard“. Sie vermied eine vollständige Zerstörung im Stil der „Großen Depression“ (vollständige Bereinigung), hinterließ aber auch die Nachwirkungen einer vergrößerten Vermögensungleichheit und noch mächtigerer Finanzgiganten.
Möchten Sie, dass ich mich mehr auf den Vergleich der „Zombie-Unternehmen“ zwischen den USA und Japan konzentriere oder die aktuelle US-Verschuldungssituation analysiere, um die langfristigen Kosten dieser Rettungsaktion zu sehen?
Warum konnte Europa die Wirtschaftskrise nicht überwinden?
Das ist ein sehr klassischer Vergleich. Da wir gerade analysiert haben, dass die USA ihre spätere Erholung einer „schmerzhaften Bereinigung“ verdanken, gilt: Europa steckte gerade deshalb im Sumpf fest, weil es genau das Gegenteil tat – es versuchte ständig, „die Wunde zu verdecken“, anstatt „das Gift aus dem Knochen zu schaben“.
Dass Europa die Krise von 2008 (und die anschließende europäische Schuldenkrise von 2010) nicht so schnell überwinden konnte wie die USA, lässt sich im Wesentlichen auf vier Kernursachen zurückführen: keine Bereinigung der Banken, verfrühte Haushaltskonsolidierung, strukturelle Mängel des Euroraums und das Fortbestehen von Zombie-Unternehmen.
1. Bankensystem: „Hinauszögern und Vortäuschen“ (Extend and Pretend)
Dies ist der größte Unterschied zwischen den USA und Europa.
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Vorgehen der USA: Nach Ausbruch der Krise 2008 zwang die US-Regierung die Banken, faule Kredite einzugestehen, kapitalisierte sie um (TARP-Programm) und zwang die Banken durch Stresstests, ihr Kapital aufzustocken. Das war zwar schmerzhaft, aber die Banken konnten um 2010 herum wieder Kredite vergeben.
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Vorgehen Europas: Europäische Banken hielten große Mengen an Staatsanleihen (z. B. französische Banken hielten griechische Staatsanleihen). Um die Bilanz nicht zu verschlechtern, erlaubten die europäischen Aufsichtsbehörden den Banken lange Zeit, faule Kredite nicht einzugestehen, und kaschierten die Verluste sogar durch regulatorische Nachsicht.
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Folgen: Europäische Banken wagten es aufgrund ihrer schweren Altlasten (Non-Performing Loans, NPLs) nicht, Kredite an die Realwirtschaft zu vergeben. Noch um 2015 herum war die Quote fauler Kredite in Ländern wie Italien erschreckend hoch. Der Blutkreislauf (Kreditvergabe) war blockiert, die Wirtschaft konnte sich natürlich nicht erholen.
2. Fiskalpolitik: Verfrühter „Sparwahn“
Als der Patient noch auf der Intensivstation lag, entschieden sich die USA für weitere Bluttransfusionen, während Europa (unter deutscher Führung) beschloss, den Infusionsschlauch zu ziehen und ihn laufen zu lassen.
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US-Keynesianismus: Obwohl auch umstritten, hielten die USA unter Obama insgesamt über einen längeren Zeitraum an fiskalischen Anreizen fest.
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Europas Sparzwang: Nach Ausbruch der europäischen Schuldenkrise 2010 wurden die „PIIGS“-Länder (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) gezwungen, äußerst strenge Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen (Austerität) durchzuführen, um Hilfen aus Deutschland und anderen nordischen Ländern zu erhalten. Rentenkürzungen, Steuererhöhungen, Stellenabbau im öffentlichen Dienst.
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Folgen: Die Sparpolitik drückte die Gesamtnachfrage in einer Rezession weiter nach unten. Je mehr das BIP fiel, desto höher stieg das Verhältnis der Schulden zum BIP (der Nenner fiel schneller als der Zähler), was einen Teufelskreis auslöste.
3. Strukturelle Mängel des Euro: Eine „goldene Handschellen“ ohne Ausweg
Dies ist ein struktureller Nachteil. Die USA sind ein Land, das Transferzahlungen auf Bundesebene leisten kann; die Eurozone ist eine Währungsunion ohne Fiskalunion.
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Keine Abwertungsmöglichkeit: Wenn Italien noch die Lira hätte, könnte es durch eine Abwertung seine Exportwettbewerbsfähigkeit steigern und so die Schuldenkrise abfedern. Innerhalb der Eurozone ist das nicht möglich.
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Keine Transferzahlungen: Wenn Kalifornien bankrott geht, überweist die Bundesregierung automatisch Geld aus New York über Sozialversicherung, Hilfsgelder usw. Die Eurozone hat keinen solchen Mechanismus; die deutschen Steuerzahler sind nicht bereit, direkt die Löcher in Griechenland zu stopfen.
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Interne Abwertung (Internal Devaluation): Da die Währung nicht abgewertet werden kann, müssen die südeuropäischen Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Senkung von Löhnen und Preisen wiederherstellen. Dies ist ein äußerst langwieriger, schmerzhafter und gesellschaftlich destabilisierender Prozess, der direkt zu langsamem Wachstum und hoher Arbeitslosigkeit führt.
4. Strukturelle Starrheit: „Zombies“, die nicht sterben können
Anknüpfend an das Thema „Marktbereinigung“ aus der vorherigen Frage: Europa hat hier am schlechtesten abgeschnitten.
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Starrer Arbeitsmarkt: In Frankreich, Südeuropa usw. ist es extrem schwierig und teuer, Mitarbeiter zu entlassen. Das klingt nach Arbeitnehmerschutz, führt aber dazu, dass Unternehmen in der Krise keine Mitarbeiter entlassen (wodurch sie selbst in den Abgrund gerissen werden) und in der Erholung keine einstellen (was zu extrem hoher Jugendarbeitslosigkeit führt).
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Zombie-Unternehmen (Zombie Firms): Da Banken keine Unternehmensinsolvenzen zulassen wollen (sonst müssten sie faule Kredite eingestehen), gewähren sie ständig neue Kredite an Unternehmen, die eigentlich pleite gehen sollten.
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Datenvergleich: Studien der OECD zeigen, dass der Anteil des Zombie-Kapitals in Europa weitaus höher ist als in den USA. Dies bedeutet, dass viele Ressourcen in ineffizienten Unternehmen gebunden sind, anstatt in neue Industrien wie KI oder das Internet zu fließen. Das ist auch der Grund, warum in den letzten 15 Jahren alle Internetgiganten aus den USA und China kamen, während Europa so gut wie nichts vorzuweisen hat.
Zusammenfassung
Die USA wählten den Weg „Lieber ein kurzer Schmerz als ein langer“: Sie ließen die Banken schnell faule Kredite abschreiben, ließen Haushalte schnell in die Insolvenz und Umstrukturierung gehen – anfangs zwar brutal, aber ab 2013 waren sie schuldenfrei und startklar.
Europa wählte den Weg „Zeit gegen Raum tauschen“: Es versuchte, durch langsamen Abbau fauler Kredite heftige Erschütterungen zu vermeiden. Das Ergebnis war „Aus einer kurzen Krankheit wurde eine chronische“ – die faulen Kredite wurden nicht abgebaut, die Wachstumsmotoren (Bevölkerung, Technologie) waren bereits erschöpft, was letztlich zu einem Jahrzehnt wirtschaftlicher Stagnation führte.
Wie wird die Geldpolitik im Euroraum festgelegt?
Wie hat sich die US-Wirtschaftskrise auf Europa übertragen?
Hat China seine Industrie bereinigt?
Diese drei Fragen zielen auf institutionelles Design, Krisenübertragungsmechanismen und die aktuelle Phase des Konjunkturzyklus ab. Diese drei sind tatsächlich miteinander verbunden: Die institutionellen Mängel Europas verschärften die Auswirkungen der Krise, und Chinas derzeitiges „Bereinigungs“-Dilemma ist im Wesentlichen auch eine Reaktion auf ähnliche strukturelle Herausforderungen.
Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung:
1. Wie wird die Geldpolitik im Euroraum festgelegt?
Stichworte: Einheitsgröße, Konsensprinzip, dezentrale Umsetzung
Die Geldpolitik des Euroraums wird vom obersten Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank (EZB) – dem Rat (Governing Council) – festgelegt. Seine Funktionsweise ist sehr charakteristisch und birgt viele Risiken:
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Wer entscheidet? Der Rat besteht aus 6 Mitgliedern des Direktoriums (EZB-Präsident, Vizepräsident usw., mit Sitz in Frankfurt) sowie den 20 Präsidenten der nationalen Zentralbanken (Deutschland, Frankreich, Italien usw.).
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Entscheidungsmechanismus: Grundsätzlich gilt „eine Stimme pro Mitglied“, in der Regel wird ein Konsens angestrebt, um konfrontative Abstimmungen zu vermeiden.
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Rotierendes Stimmrecht: Um die Sitzungen nicht zu überfrachten, gibt es jetzt ein komplexes Rotationssystem. Große Länder (wie Deutschland, Frankreich, Italien) stimmen häufiger ab, kleine Länder (wie Malta) seltener, aber theoretisch stimmt jeder für das Wohl des „gesamten Euroraums“ und nicht für sein eigenes Land.
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Wie wird festgelegt? (Das Dilemma der „Einheitsgröße“) Dies ist der größte Schmerzpunkt der Eurozone. Die EZB kann nur einen Leitzins festlegen (z. B. 3%).
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Idealfall: Deutschland und Griechenland haben den gleichen Konjunkturzyklus – beide sind heiß, dann wird gemeinsam die Zinsen erhöht; beide sind kalt, dann wird gemeinsam gesenkt.
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Realität (2010): Die deutsche Wirtschaft war überhitzt und brauchte eine Zinserhöhung (um Inflation zu verhindern), die griechische Wirtschaft war zusammengebrochen und brauchte eine Zinssenkung (um zu überleben). Die EZB steckte in der Zwickmühle – egal was sie tat, es war falsch. In der Regel führte dies dazu, dass man sich dem Zyklus der Kernländer (Deutschland) anpasste, was die Randländer (Südeuropa) zwang, eine Straffung zu akzeptieren, als sie eine Lockerung brauchten.
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Wie wird umgesetzt? (Zentrale Entscheidung, lokale Umsetzung) Die EZB gibt die Richtung vor (z. B. Zinssenkung), aber die konkreten Geschäfte – Kauf von Anleihen am Markt, Bereitstellung von Liquidität an Geschäftsbanken – werden hauptsächlich von den nationalen Zentralbanken (z. B. Deutsche Bundesbank, Banque de France) in ihren jeweiligen Ländern durchgeführt. Dies führte zum Problem der Target2-Salden (Geld floh von südeuropäischen Banken zu nordischen Banken).
2. Wie hat sich die US-Wirtschaftskrise auf Europa übertragen?
Stichworte: Giftige Vermögenswerte, Abhängigkeit von Dollar-Finanzierung, Liquiditätsklemme
Viele denken, dass die USA erkältet waren und Europa nur durch den Handel nieste. Das stimmt nicht: Europäische Banken waren tief in die US-Immobilienblase involviert, sogar noch stärker als die US-Banken selbst.
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Kanal 1: Direkter Besitz „giftiger Vermögenswerte“ (Bilanzansteckung) Vor 2008 hielten europäische Banken (insbesondere deutsche, französische und schweizerische) die als AAA bewerteten US-Subprime-Anleihen (MBS/CDO) für renditestark und sicher und kauften sie in großem Stil.
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Ergebnis: Als die US-Hauspreise fielen, wurden diese Vermögenswerte zu wertlosem Papier. UBS, Deutsche Bank usw. erlitten massive Verluste, ihre Bilanzen wurden direkt durchlöchert.
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Kanal 2: „Dollar-Knappheit“ auf dem Großhandelsfinanzierungsmarkt (The Dollar Shortage) Dies war der tödlichste Schlag. Um US-Vermögenswerte zu kaufen, hatten europäische Banken große Mengen an kurzfristigen Dollar-Schulden aufgenommen (über den Commercial-Paper-Markt).
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Übertragung: Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers gerieten US-Geldmarktfonds (MMF) in Panik und stellten die Kreditvergabe an europäische Banken ein.
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Folgen: Europäische Banken hielten langfristige faule US-Vermögenswerte, aber ihre kurzfristige Dollar-Finanzierung war unterbrochen. Ohne die später von der Fed eingerichteten Währungsswap-Linien (Swap Lines), die der EZB Dollar zur Verfügung stellten, wäre das europäische Bankensystem Ende 2008 möglicherweise vollständig zusammengebrochen.
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Kanal 3: Handel und Realwirtschaft Der Finanzkollaps führte zu einer weltweiten Kreditklemme, die Handelsfinanzierung versiegte, und das globale Handelsvolumen brach ein. Als exportorientierte Volkswirtschaften (insbesondere Deutschland) wurde die Realwirtschaft schwer getroffen.
3. Hat China seine Industrie bereinigt?
Stichworte: Alte Industrien wurden bereinigt, aber schmerzhaft; neue Industrien haben Überkapazitäten und sind von Verdrängungswettbewerb geprägt
Dies ist eine Frage, die sich im Prozess befindet. Kurz gesagt: Die alte Blase (Immobilien) durchläuft eine schmerzhafte Bereinigung, aber die neuen Kapazitäten (verarbeitendes Gewerbe) haben neue Überkapazitäten geschaffen; der Gesamtmarkt ist noch nicht vollständig bereinigt.
Wir können die derzeitige chinesische Wirtschaft in ein „altes Schlachtfeld“ und ein „neues Schlachtfeld“ unterteilen:
A. Altes Schlachtfeld: Immobilien und Infrastruktur (in Bereinigung, sehr schmerzhaft)
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Status: Typischer Prozess der „Enthebelung“ und „Lagerräumung“.
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Bereinigungsgrad: Mehr als die Hälfte ist abgeschlossen, aber noch nicht beendet.
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Anzeichen: Giganten wie Evergrande und Country Garden sind geplatzt, viele kleine und mittlere Entwickler haben den Markt verlassen, die Zahl der Baubeginne für neue Wohnungen ist stark zurückgegangen.
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Schwierigkeit: Obwohl die Hauspreise korrigiert wurden, erlaubt die Politik zur Risikovermeidung keine „harte Landung“ (sofortiger Zusammenbruch), sondern setzt auf „Zeit gegen Raum“. Dies bedeutet, dass der Bereinigungsprozess verlängert wird; die damit verbundenen Branchen Bau, Zement und Stahl befinden sich noch in einem langen, harten Winter.
B. Neues Schlachtfeld: Hochwertige Fertigung und die „Neuen Drei“ (neue Überfüllung)
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Status: Nachdem Kapital und Ressourcen aus dem Immobiliensektor abgezogen wurden, strömten sie in die von der Politik geförderten Bereiche – Elektrofahrzeuge, Lithium-Batterien, Photovoltaik (die „Neuen Drei“).
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Bereinigungsgrad: Nicht nur nicht bereinigt, sondern es entstehen neue Überkapazitäten.
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Involution (Verdrängungswettbewerb): Da lokale Regierungen alle um Investitionen werben, sind die Kapazitäten in kurzer Zeit explosionsartig gestiegen. Derzeit sind die Preise für Photovoltaik-Module unter die Kosten gefallen, und die Autohersteller liefern sich einen Preiskampf.
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Wiederbelebung des Zombie-Mechanismus: Um Arbeitsplätze und BIP zu sichern, subventionieren lokale Regierungen möglicherweise ineffiziente Fabriken, die im Wettbewerb hätten schließen sollen, was dazu führt, dass „rückständige Kapazitäten nicht abgebaut werden und fortschrittliche Kapazitäten kein Geld verdienen“.
Fazit:
Der derzeitige industrielle Zustand Chinas ist eine „Halbbereinigung“:
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Immobilien als alter Motor sind vollständig ausgegangen und durchlaufen eine Bilanzrezession ähnlich der in den USA nach 2008; dies ist eine echte Bereinigung.
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Verarbeitendes Gewerbe als neuer Motor leidet aufgrund von Überinvestitionen unter Angebotsüberkapazitäten.
Das wahre Zeichen für eine „vollständige Bereinigung“ wäre: Flächendeckende Schließungen rückständiger Photovoltaik-/Batteriefabriken, deutliche Erhöhung der Branchenkonzentration und Stabilisierung der Immobilienpreise ohne weitere Abwärtstrends. Derzeit scheint dies noch Zeit zu brauchen.
Ist der europäische Integrationsgrad nicht bereits sehr hoch? Warum gibt es dann unterschiedliche Konjunkturzyklen?
Sie sprachen von Chinas Vier-Billionen-Programm von 2008: Hat es die Bereinigung beeinflusst? War zu diesem Zeitpunkt eine Bereinigung notwendig?
Diese beiden Fragen treffen den Kern der wirtschaftlichen Strukturprobleme.
Die erste Frage betrifft die Mängel der Theorie des optimalen Währungsraums, die zweite ist einer der umstrittensten Wendepunkte in der chinesischen Wirtschaftsgeschichte. Lassen Sie uns diese nacheinander aufschlüsseln.
Frage 1: Der europäische Integrationsgrad ist bereits sehr hoch, warum gibt es dann unterschiedliche Konjunkturzyklen?
Viele denken, dass Europa „gleiche Spurweite, gleiche Schrift“ hat und die Wirtschaft synchron laufen sollte. Tatsächlich bleibt die europäische Integration jedoch hauptsächlich auf der Währungs- und Handelsebene; die wirtschaftliche Grundlage (Industriestruktur) und der Faktortransfer (Menschen und Geld) sind jedoch immer noch grundverschieden.
Deshalb ist derselbe Zinssatz für Deutschland „Honig“, für Griechenland jedoch „Gift“.
1. „Nord-Süd-Unterschied“ in der Industriestruktur
Obwohl sie dieselbe Währung verwenden, unterscheidet sich die Art und Weise, wie diese Länder Geld verdienen, grundlegend:
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Deutschland (und seine Satellitenstaaten): Abhängig von hochwertiger Fertigung und Export. Sie sind empfindlich gegenüber Wechselkursen (ein schwacher Euro ist gut für den Export) und relativ unempfindlich gegenüber Zinssätzen (Unternehmen haben gute Cashflows).
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Südeuropa (Spanien, Italien, Griechenland): Abhängig von Tourismus, Landwirtschaft, Immobilien und Dienstleistungen. Diese Branchen sind typischerweise „zinsempfindlich“ – wenn die Zinsen niedrig sind, leihen sich die Leute Geld für Häuser und Konsum.
Konfliktszenario: 2000-2007, nach der Einführung des Euro, waren die Zinsen niedrig. Für Deutschland war das „in Ordnung“, aber für Südeuropa war es „geschenktes Geld“. Also liehen sich die Südeuropäer massiv Geld für Immobilienspekulationen, die Wirtschaft überhitzte; während Deutschland aufgrund schmerzhafter Reformen (Schröder-Reformen) relativ kühl war. Dies ist die Phasenverschiebung der Konjunkturzyklen.
2. „Scheinintegration“ der Arbeitskräftemobilität
In den USA (einem wirklich einheitlichen Markt) ziehen Arbeiter, wenn die Ölindustrie in Texas zusammenbricht, nach Kalifornien, um in der Technologiebranche zu arbeiten. Dies nennt man „Angleichung von Zyklusunterschieden durch Bevölkerungsmobilität“.
In Europa kann man theoretisch einfach umziehen, aber in der Praxis:
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Sprach- und Kulturbarrieren: Ein arbeitsloser Bauarbeiter aus Griechenland kann nicht einfach nach Frankfurt ziehen, um Autos zu bauen, weil er kein Deutsch spricht.
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Ergebnis: Die Arbeitslosigkeit in den Krisenregionen (Südeuropa) bleibt hoch, während die boomenden Regionen (Nordeuropa) keine Arbeitskräfte finden. Die Zyklen können sich nicht durch die Mobilität von „Menschen“ selbst regulieren.
3. Fiskalische Eigenständigkeit
Dies ist der grundlegendste Punkt. Die Währung ist vereinheitlicht, aber die Finanzpolitik nicht.
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USA: Wenn ein Bundesstaat in eine Wirtschaftskrise gerät, überweist die Bundesregierung automatisch Geld über Sozialversicherung und Hilfsgelder (fiskalischer Transfer).
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Europa: Während der griechischen Krise waren die deutschen Steuerzahler sehr verärgert darüber, dass ihr Geld zur Rettung Griechenlands verwendet wurde. Es fehlt ein einheitlicher fiskalischer Anpassungsmechanismus, was dazu führt, dass die Starken stärker und die Schwachen schwächer werden, wodurch die Zyklusunterschiede vergrößert werden.
Frage 2: Hat Chinas Vier-Billionen-Programm von 2008 die Bereinigung beeinflusst? War zu diesem Zeitpunkt eine Bereinigung notwendig?
Dies ist eine äußerst umfassende und entscheidende Nachbetrachtung. In der heutigen Wirtschaftswissenschaft und Politik besteht im Wesentlichen ein Konsens: Das Vier-Billionen-Programm von 2008 hat tatsächlich den natürlichen Marktbereinigungsprozess „unterbrochen“; es war eine lebensrettende Spritze, hinterließ aber auch schwere Medikamentenabhängigkeit.
Wir müssen dies in zwei Schritten betrachten: War zu diesem Zeitpunkt eine Bereinigung notwendig? Und Was hat das Vier-Billionen-Programm bewirkt?
1. China im Jahr 2008 war tatsächlich „passiv bereinigt“
China stand damals nicht vor einer internen Schuldenkrise (wie heute das Evergrande-Problem), sondern vor einem externen Nachfrageschock.
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Hintergrund: Damals war China die „Werkbank der Welt“, das BIP-Wachstum war extrem stark vom Export abhängig (Exportquote über 30%). Als die USA in die Krise gerieten, brach die Auslandsnachfrage schlagartig ein.
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War eine Bereinigung notwendig?
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Aus langfristiger struktureller Sicht: Ja. China war damals zu stark von der verlängerten Werkbank mit geringer Wertschöpfung abhängig, mit hohem Energieverbrauch, hoher Umweltverschmutzung und geringer Wertschöpfung. Theoretisch war die Krise eine gute Gelegenheit, rückständige Kapazitäten zu beseitigen und Unternehmen zu einem Upgrade zu zwingen.
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Aus gesellschaftlicher Realität: Nein, man wagte es nicht. Ende 2008 gab es in den Küstenregionen eine massive Welle von Fabrikschließungen, über 20 Millionen Wanderarbeiter verloren sofort ihren Job und kehrten aufs Land zurück. Ohne Rettung hätte dies zu schweren gesellschaftlichen Unruhen führen können.
Fazit: Aus wirtschaftlicher Sicht war eine Bereinigung rückständiger Kapazitäten notwendig, aber aus politischer und gesellschaftlicher Stabilitätssicht konnte man diese heftige Bereinigung nicht ertragen.
2. Wie hat das „Vier-Billionen-Programm“ die Bereinigung beeinflusst?
Um Wachstum und Beschäftigung zu sichern, startete China das Vier-Billionen-Programm. Seine Kernlogik war: Da die Ausländer unsere Produkte nicht mehr kaufen (mangelnde Auslandsnachfrage), bauen wir selbst Straßen, Brücken und Häuser (Infrastruktur + Immobilien), um diesen Stahl und Zement zu verbrauchen (Inlandsnachfrage als Ersatz).
Diese Aktion hatte drei tiefgreifende Auswirkungen auf die „Bereinigung“:
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Erstens: Statt Kapazitäten abzubauen, wurden sie sogar verdoppelt (umgekehrte Bereinigung) Eigentlich hätten Stahl, Zement und Kohle aufgrund des Exportrückgangs stillgelegt oder umstrukturiert werden müssen. Aber weil das Vier-Billionen-Programm massiv in Infrastruktur investierte, wurden diese Branchen sofort von „Überkapazität“ zu „Knappheit“.
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Ergebnis: Die Unternehmen sahen wieder Geschäftsmöglichkeiten, gingen nicht bankrott, sondern nahmen sogar Kredite auf, um zu expandieren. Dies führte dazu, dass China in den folgenden Jahren enorme Überkapazitäten ansammelte (was 2015 zu einer brutalen Angebotsseitenreform zwang, um diese Kapazitäten abzubauen).
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Zweitens: Unternehmen, die hätten pleite gehen sollen, wurden gerettet (Zombifizierung) Um das Vier-Billionen-Programm umzusetzen, wurden die Kreditschleusen weit geöffnet. Viele Unternehmen, die eigentlich schlecht geführt wurden und vom Markt hätten ausgeschieden werden sollen, erhielten in diesem Prozess problemlos Kredite und überlebten. Der Mechanismus der Selektion der Tüchtigsten versagte.
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Drittens: Die Saat für eine „Schuldenbereinigung“ wurde gelegt Dies ist der wichtigste Punkt. Vor 2008 waren die Verschuldungsquoten der chinesischen Regierung und Unternehmen niedrig, die Bilanzen waren sauber.
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Ein großer Teil des Vier-Billionen-Programms wurde nicht direkt von der Zentralregierung bereitgestellt, sondern die lokalen Regierungen wurden aufgefordert, selbst Kredite aufzunehmen (über lokale Regierungsfinanzierungsplattformen LGFV).
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Kosten: Die Rettungsaktion von 2008 war tatsächlich eine Umwandlung von „Überkapazitäten der Realwirtschaft“ in „Schuldenberge des Finanzsystems“. Obwohl man der Rezession von 2009 entging, erkaufte man sich damit die späteren Jahrzehnte der aufgeblähten lokalen Schulden und der Immobilienblase.
Zusammenfassung
Zurück zu Ihrer Frage:
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War zu diesem Zeitpunkt eine Bereinigung notwendig? Ja. Die chinesische Wirtschaftsstruktur war bereits unausgewogen (zu stark abhängig von Billigexporten); die Krise hätte für eine schmerzhafte industrielle Modernisierung genutzt werden sollen.
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Hat das Vier-Billionen-Programm die Bereinigung beeinflusst? Ja, es hat den natürlichen Bereinigungsprozess vollständig blockiert. Es nutzte „Raum gegen Zeit“ (mit dem Raum von Infrastruktur und Immobilien erkaufte man sich Zeit ohne Rezession) und verdünnte und verschob den „stechenden Schmerz“, der 2008 hätte eintreten sollen, bis heute.
Man kann es so verstehen: Ein Mensch hat eine Erkältung mit Fieber (Einbruch der Auslandsnachfrage). Der Körper möchte das Fieber nutzen, um das Virus abzutöten (Marktbereinigung). Aber der Arzt spritzt direkt eine große Dosis Hormone (Vier-Billionen-Programm). Das Fieber geht sofort zurück, der Mensch sieht wieder munter aus und kann sogar einen Marathon laufen, aber das Virus ist nicht tot und hinterlässt langfristigen Bluthochdruck (hohe Schulden) und Fettleibigkeit (Überkapazitäten).
Liegt es also an der Sprache, dass Europa kein wirklich einheitlicher Markt ist?
Sprache ist tatsächlich ein sehr sichtbares Hindernis, aber wenn man die ganze Schuld auf die Sprache schiebt, unterschätzt man die „Kreativität“ der europäischen Bürokratie.
Genauer gesagt: Sprache ist der sichtbare „Burggraben“, aber die Systeme und Sozialsysteme sind die unsichtbare „hohe Mauer“.
Selbst wenn morgen alle Europäer fließend Englisch sprechen würden, könnte Europa immer noch kein wirklich einheitlicher Markt wie die USA werden. Der Grund liegt in den folgenden drei „harten Brocken“, die noch schwerer zu überwinden sind als die Sprache:
1. „Nicht mitnehmbare“ Sozialleistungen (Fragmentierung der Sozialversicherung und Renten)
Dies ist die größte unsichtbare Handschellen, die die grenzüberschreitende Mobilität der Europäer behindert.
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Beispiel USA: Ein Ingenieur, der von New York nach Kalifornien zieht, nimmt seine Social Security (Sozialversicherung) mit; die Rentenbeiträge, die er in New York gezahlt hat, erhält er im Alter auch in Kalifornien.
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Dilemma in Europa: Obwohl sich die EU bemüht, sind die Sozialsysteme der einzelnen Länder immer noch fragmentiert.
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Ein Italiener, der 5 Jahre in Deutschland gearbeitet hat und dann nach Frankreich gehen möchte, stellt fest, dass die Übertragung seiner in Deutschland gezahlten Renten- und Krankenversicherungsbeiträge nach Frankreich mit äußerst komplexen Umrechnungen, Genehmigungsverfahren und Verlustrisiken verbunden ist.
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Ergebnis: Um ihre Rente nicht zu „schrumpfen“ oder in einem bürokratischen Loch zu verschwinden, entscheiden sich viele dafür, „auch im Tod nicht umzuziehen“. Dies ist ein vernichtender Schlag für die Mobilität von Arbeitskräften mittleren Alters.
2. „Zunftbarrieren“ bei Berufsqualifikationen
Sprache kann man lernen, aber wenn die Qualifikation nicht anerkannt wird, ist der „Brotkorb weg“.
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Obwohl es in der EU Mechanismen zur gegenseitigen Anerkennung von Bildungsabschlüssen gibt, ist der Protektionismus bei konkreten Berufszulassungen extrem stark.
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Anwälte, Ärzte, Buchhalter, Architekten, sogar Elektriker und Klempner – jedes Land hat sein eigenes Zertifizierungssystem.
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Ein polnischer Klempner, der nach Großbritannien (vor dem Brexit) geht, oder ein griechischer Anwalt, der nach Deutschland geht, stehen oft vor der peinlichen Situation, „von vorne eine Prüfung machen zu müssen“. Dies ist tatsächlich eine nichttarifäre Handelshemmnis, die darauf abzielt, die eigenen Arbeitskräfte vor billiger ausländischer Konkurrenz zu schützen.
3. Strukturelle Unterschiede auf dem Wohnungsmarkt
Amerikaner ziehen gerne um, weil der US-Mietmarkt extrem entwickelt und standardisiert ist; Europäer (insbesondere in Südeuropa und Osteuropa) neigen eher zum Wohneigentum, und die Transaktionskosten sind extrem hoch.
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Transaktionskosten: In vielen europäischen Ländern sind die Steuern und Gebühren beim Kauf und Verkauf von Immobilien extrem hoch, und die Mietgesetze sind stark mieterschützend (was Vermieter davon abhält, leichtfertig zu vermieten, und die Liquidität des Mietmarktes verringert).
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Kulturelle Trägheit: In vielen Teilen Europas gibt es immer noch die Tradition, dass „mehrere Generationen in einem Viertel wohnen“. In den USA hingegen ist es normal, für einen Job quer durch den halben Kontinent zu ziehen.
4. Vergleich der tatsächlichen Integration: USA vs. Europa
Wir können ein Gedankenexperiment durchführen, um zu beweisen, dass „Sprache nicht der einzige Grund ist“.
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Szenario: Angenommen, die Ölindustrie in Texas bricht zusammen, während die Technologiebranche in Kalifornien boomt.
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In den USA: Der arbeitslose Arbeiter aus Texas (auch mit Akzent) steigt in seinen Pickup, packt seine Familie ein und fährt nach Kalifornien. Obwohl schmerzhaft, senkt die Arbeitskräftemobilität die Arbeitslosigkeit in Texas, und die Löhne in Kalifornien steigen nicht ins Unermessliche. Der Markt bereinigt sich.
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In Europa: Angenommen, Griechenland bricht zusammen, Deutschland geht es gut.
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Sprachbarriere: Der Grieche spricht kein Deutsch. (Das haben Sie erwähnt)
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Qualifikationsbarriere: Deutschland braucht hochqualifizierte Ingenieure, Griechenland bietet Tourismusdienstleister. (Qualifikationsmismatch)
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Sozialleistungsbarriere: Ein Umzug nach Deutschland könnte bedeuten, dass die bisherigen griechischen Sozialversicherungsbeiträge schwer zu übertragen sind.
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Ergebnis: Der Grieche bleibt lieber in Griechenland, kassiert Sozialhilfe und protestiert, anstatt in Deutschland zu arbeiten.
Zusammenfassung
Sprache erhöht die „Transaktionskosten“ (Kommunikationsschwierigkeiten), aber die Fragmentierung der Systeme erhöht die „Eintrittsbarrieren“ (man kommt gar nicht erst rein).
Der aktuelle Zustand des europäischen Marktes ist:
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Waren (Goods): Wirklich einheitlicher Markt (deutsche Autos können problemlos in Frankreich verkauft werden).
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Kapital (Capital): Halbherziger einheitlicher Markt (Banken kümmern sich immer noch um sich selbst).
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Menschen (Labor): Schein-einheitlicher Markt (formal freier Personenverkehr, aber in der Praxis durch Sprache, Sozialversicherung und Berufsqualifikationen fest an ihren Ort gebunden).
Deshalb sind die Krisen in Europa immer „lokale Nekrosen“ (Arbeitslosigkeit in Griechenland 25%, in Deutschland 5%) und können sich nicht wie in den USA durch den systemischen Blutkreislauf (Bevölkerungsmobilität) schnell erholen.
Möchten Sie, dass ich erkläre, wie der „Kapitalmarkt“ in Europa ebenfalls fragmentiert ist (warum ein griechisches Unternehmen nicht einfach Geld von einer deutschen Bank leihen kann), oder die spezifischen Auswirkungen des „Vier-Billionen-Programms“ auf die chinesischen Hauspreise diskutieren?
Warum beseitigt Europa diese Barrieren nicht?
Das ist wirklich eine Frage, die an die Seele rührt. Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht wäre die Beseitigung der Barrieren (Vereinheitlichung der Sozialsysteme, Standards und Finanzpolitik) für alle von Vorteil und würde den Kuchen vergrößern.
In der politischen Realität jedoch kann Europa dies nicht vorantreiben, weil „der Verstand sagt, man sollte es tun, aber das Herz und die Interessen sagen, man kann es nicht“.
Dahinter stecken vier gewaltige „Hindernisse“, die den europäischen Politikern an der Kehle sitzen:
1. Die Angst des Nordens: Kein „Zahlmeister“ sein wollen (Transfer Union)
Dies ist das Kernproblem des Geldes.
Um die Barrieren bei den Sozialsystemen und der Finanzpolitik zu beseitigen, müsste eine „Fiskaltransferunion“ geschaffen werden.
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Logik der USA: Die Steuerzahler in New York wollen zwar nicht die Löcher in Mississippi stopfen, aber sie akzeptieren es, weil sie sich alle als „Amerikaner“ fühlen.
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Logik Europas: Die Deutschen und Niederländer (reiche nördliche Länder) sind sehr misstrauisch. Sie befürchten, dass ihr hart erarbeitetes Geld, sobald die Barrieren fallen, in einem endlosen Strom nach Griechenland und Italien (arme südliche Länder) fließen würde, um deren hohe Renten und Frühverrentungsleistungen zu finanzieren.
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Politische Konsequenz: Jeder deutsche Politiker, der vorschlagen würde, „wir sollten unsere deutschen Rentenüberschüsse nehmen, um die italienischen Rentenlöcher zu stopfen“, wäre am nächsten Tag abgewählt.
2. Widerstand der Gewerkschaften: Angst vor „Sozialdumping“ (Social Dumping)
Dies ist ein Problem der Arbeitsplätze.
Normalerweise denken wir, dass Barrieren die Menschen aus rückständigen Regionen daran hindern, herauszukommen. Aber die Menschen in den entwickelten Regionen haben eigentlich noch mehr Angst davor, dass die Barrieren fallen.
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Sorge Frankreichs/Nordeuropas: Frankreich hat einen sehr hohen Mindestlohn und starken Arbeitnehmerschutz. Wenn der Arbeitsmarkt und die Berufsqualifikationen vollständig geöffnet würden, würden billige Arbeitskräfte aus Polen und Rumänien (billige Lkw-Fahrer, Bauarbeiter, Krankenschwestern) in Scharen einströmen.
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Ergebnis: Die heimischen Gewerkschaften (Unions) würden sich heftig widersetzen. Sie glauben, dass dies die heimischen Löhne drücken und zu „Sozialdumping“ führen würde. Deshalb hatte Macron selbst damals, als er Reformen wollte, alle Hände voll mit der „Gelbwesten“-Bewegung zu tun.
3. Die Besessenheit von der Souveränität: Die EU ist kein Staat
Dies ist ein Problem des Völkerrechts.
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USA/China: Sind souveräne Einheitsstaaten, die Zentralregierung hat das letzte Wort.
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EU: Ist ein Bund souveräner Staaten. Die Macht der Europäischen Kommission (Brüssel) ist von den Mitgliedstaaten „übertragen“ und sehr begrenzt.
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Subsidiaritätsprinzip (Subsidiarity): Das EU-Recht besagt, dass die EU sich nicht einmischen soll, wenn die Mitgliedstaaten etwas selbst regeln können. Bildung, Sozialversicherung und Steuern fallen typischerweise in die „nationale Souveränität“. Wenn die EU versuchen würde, die Sozialsysteme der Mitgliedstaaten zu vereinheitlichen, würde dies als Eingriff in die Souveränität betrachtet und zu Verfassungsklagen in den Mitgliedstaaten führen.
4. Kurzsichtigkeit der Demokratie: Niemand ist für „Europa“ verantwortlich
Dies ist ein Problem des politischen Mechanismus.
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Wer treibt es voran? Jedes Mitglied des Europäischen Rates (z. B. der deutsche Bundeskanzler, der französische Präsident) wird von seinen eigenen nationalen Wählern gewählt, nicht von „europäischen Wählern“.
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Fehlanreize: Die Vorteile der Beseitigung von Barrieren sind langfristig und gesamteuropäisch (gut für Europa); die Nachteile sind kurzfristig und lokal (heimische Lkw-Fahrer verlieren ihren Job, heimische Steuerzahler zahlen mehr).
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Ergebnis: Kluge Politiker werden sich dafür entscheiden, die nationalen Interessen zu wahren, anstatt ihr politisches Leben für den „großen europäischen Traum“ zu opfern.
Zusammenfassung: Das magische Dreieck der Unmöglichkeit
Europa steckt derzeit in einem schmerzhaften „magischen Dreieck der Unmöglichkeit“:
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Tiefe Integration (Beseitigung aller Barrieren)
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Nationale Souveränität (jeder Staat entscheidet selbst)
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Demokratische Politik (gegenüber den eigenen Wählern rechenschaftspflichtig)
Von diesen drei kann man nur zwei haben.
- Wenn man tiefe Integration will, muss man nationale Souveränität opfern (Geld und Macht nach Brüssel geben), aber das wird von der demokratischen Politik abgelehnt (die Wähler machen nicht mit).
Daher kann Europa nur in seinem derzeitigen „halbgaren“ Zustand vor sich hin vegetieren: Die Währung ist vereinheitlicht, aber Finanzen und Menschen sind getrennt. Es sei denn, es kommt zu einem gewaltigen externen Schock, der die bestehende Ordnung zerstört (z. B. ein großer Krieg), sonst hat in Friedenszeiten niemand den Mut, diese Barrieren zu durchbrechen.
Einfach gesagt: China hat die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission und den Zentralhaushalt, die USA haben die Bundesregierung, und Europa hat nur einen Konferenzraum zum Streiten.
Dann scheint der Euro ja eine völlig schlechte Idee zu sein?
Wenn man es rein aus volkswirtschaftlicher Sicht betrachtet, ist Ihr Gefühl sehr scharfsinnig: Der Euro ist tatsächlich ein „Frühchen“ mit schwerwiegenden Konstruktionsfehlern. Viele mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Ökonomen (wie Milton Friedman, Paul Krugman) sagten bereits bei seiner Einführung voraus, dass er große Probleme verursachen würde.
Aber wenn wir über die wirtschaftliche Rechnung hinausgehen und es aus politischer und historischer Perspektive betrachten, ist der Euro keine „schlechte Idee“, sondern ein „Preis, der für ein größeres Ziel gezahlt werden muss“.
Man kann den Euro als eine politische Zwangsheirat verstehen: Die Ehepartner verstehen sich nicht gut (die Konjunkturzyklen passen nicht zusammen), aber aus familiären Gründen (Frieden und Status in Europa) darf man sich auf keinen Fall scheiden lassen.
Hier sind die tiefgreifenden Gründe, warum der Euro, obwohl er so schlecht erscheint, dennoch existiert:
1. Seine ursprüngliche Absicht war nicht „Geld verdienen“, sondern „Krieg verhindern“
Dies ist der Kernpunkt. Der Euro entstand vor dem Hintergrund des Endes des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung.
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Die Angst Frankreichs: Historisch gesehen führte Deutschland, sobald es stark wurde, Krieg. 1990, als Deutschland wiedervereinigt wurde, bekam Frankreich Angst. Die Logik des französischen Präsidenten Mitterrand war damals: Deutschland muss fest in den europäischen Rahmen eingebunden werden; wenn Deutschland keine eigene Währungshoheit hat, hat es nicht das wirtschaftliche Kapital, um Krieg zu führen.
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Der Kompromiss Deutschlands: Um die französische Unterstützung für die Wiedervereinigung zu erhalten, gab Deutschland die starke „Deutsche Mark“ auf und führte den Euro ein.
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Fazit: Der Euro ist im Wesentlichen ein politisches Friedensprojekt. Aus dieser Perspektive war er sehr erfolgreich – es gab tatsächlich keinen Krieg mehr zwischen Frankreich und Deutschland.
2. Deutschland ist der große Gewinner: Der unterschätzte Wechselkurs
Sie sagen, der Euro sei eine schlechte Idee, aber die Deutschen freuen sich insgeheim. Der Euro ist die Geheimwaffe, mit der Deutschland zur „Exportmaschine“ wurde.
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Wenn Deutschland noch die D-Mark hätte: Da die deutsche Wirtschaft zu stark ist, würde die D-Mark stark aufwerten. Das würde bedeuten, dass deutsche Produkte wie Mercedes und BMW auf dem internationalen Markt extrem teuer und schwer zu verkaufen wären (ähnlich wie heute der Schweizer Franken).
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Weil der Euro verwendet wird: Der Euro ist eine Währung, die von den „schlechten Schülern“ wie Griechenland und Italien belastet wird. Gemessen an der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands ist der Wechselkurs des Euro stark unterbewertet.
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Dies ist so, als ob deutsche Exporte einen dauerhaften Rabatt erhalten hätten. Mit dieser „schwachen Währung“ eroberte Deutschland die globalen Märkte und verdiente eine goldene Nase.
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Die obige Grafik würde normalerweise zeigen, dass nach der Einführung des Euro der deutsche Handelsbilanzüberschuss in die Höhe schoss, während Länder wie Italien in Defizite gerieten.
3. Herausforderung der Dollar-Hegemonie
Vor der Einführung des Euro konnten die einzelnen europäischen Währungen (Franc, Lira, Mark) in ihrer Bedeutung als internationale Reservewährung nicht mit dem Dollar mithalten.
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Die Europäer wollten eine Supermacht-Währung schaffen, die dem Dollar ebenbürtig ist, damit Europa beim Kauf von Öl und bei internationalen Handelsabrechnungen nicht auf die USA angewiesen ist und auch von der Seigniorage profitieren kann.
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Obwohl der Euro den Dollar noch nicht überholt hat, ist er tatsächlich die zweitgrößte Reservewährung der Welt, was kein einzelnes europäisches Land (nicht einmal Deutschland) erreichen könnte.
4. Warum steckt man jetzt in der Klemme? (Hotel-California-Dilemma)
Jetzt weiß jeder, dass der Euro Mängel hat (Währungsunion, aber keine Fiskalunion). Warum löst man ihn nicht einfach auf? Weil die Kosten einer Auflösung höher wären als die Aufrechterhaltung des schmerzhaften Status quo. Dies wird als „Hotel California“-Effekt bezeichnet (You can check out any time you like, but you can never leave).
- Wenn Italien den Euro verlassen würde:
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Zusammenbruch der neuen Währung: Italien würde die Lira wieder einführen, die Lira würde sofort um 30-50% gegenüber dem Euro abwerten.
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Staatsbankrott: Die Schulden der italienischen Regierung und Unternehmen sind größtenteils auf Euro lautend. Die Einnahmen würden in wertlosen Lira anfallen, die Schulden aber in starken Euro. Dies würde sofort zum Bankrott von Staat und Unternehmen führen.
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Bank Run: In der Nacht vor dem Austritt würden alle Italiener ihr Geld wie verrückt zu deutschen Banken transferieren, was das italienische Bankensystem sofort austrocknen und zum Tod führen würde.
Zusammenfassung: „Schlechte Idee“ oder „Halbfertigprodukt“?
Um den Euro in einem Satz zu bewerten: Er ist eine großartige politische Idee, aber eine schlechte wirtschaftliche Umsetzung.
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Sein Fehler: Der Schritt war zu groß. Man schuf zuerst die „Europäische Zentralbank“ (einheitliches Geld drucken), bevor man ein „Europäisches Finanzministerium“ (einheitliche Geldverwaltung) etablierte.
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Seine Stärke: Er hat tatsächlich dafür gesorgt, dass Europa in den letzten 20 Jahren als Ganzes existierte und nicht in alle Winde zerstreut wurde.
Die derzeitige Situation ist: Zurückzugehen bedeutet den Tod (Auflösung löst eine Finanztsunami aus), stillzustehen bedeutet Schmerz (langfristige wirtschaftliche Stagnation), nur nach vorne zu gehen (Aufbau einer Fiskalunion) bietet einen Ausweg. Aber wie wir bereits besprochen haben, steht dem Vorwärtsgehen ein enormer politischer Widerstand entgegen. Also muss Europa im Schmerz weiter verharren.
Möchten Sie untersuchen, wie Deutschland den Rest Europas speziell „subventioniert“, um dieses System am Leben zu erhalten, oder wie das britische Pfund (GBP) abgeschnitten hat, indem es dem Euro fernblieb?