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RegistrierenAnmeldenGeschichte der Pigmente: Von der Alchemie zur modernen Chemie
Importiert@odus · 1. März, 22:01
Zusammenfassung der Unterhaltung
Die Geschichte der Pigmente reicht von den handverriebenen „lebendigen“ Farben natürlicher Mineralien (wie Ocker, Lapislazuli) bis hin zu den billigen, stabilen, aber körnungsgleichen „toten Farben“ der modernen chemischen Synthese. Moderne Pigmente mögen in wissenschaftlichen Parametern perfekt sein, doch aufgrund von Metamerie, Irreversibilität und mangelnder Lasurtransparenz stehen sie in der künstlerischen Ausdruckskraft hinter den klassischen Pigmenten zurück.
Unterhaltung
Erkläre mir die Geschichte der Pigmente.
Die Geschichte der Pigmente ist eine Geschichte davon, wie sehr Menschen nach Farbe verlangten und dafür bereit waren, giftige Substanzen, teure Edelsteine und sogar Leichen zu verwenden. Es ist auch eine Geschichte des technologischen Fortschritts, vom „Entdecken“ zum „Erschaffen“, von der Alchemie zur modernen Chemie.
Wir können diese Geschichte grob in vier Phasen unterteilen:
Phase 1: Erdfarben (Prähistorische Zeit)
Stichwort: Was du siehst, ist was du bekommst
Bereits vor 40.000 Jahren begannen prähistorische Menschen zu malen. Ihre Palette war sehr einfach und bestand vollständig aus Materialien, die die Natur direkt bereitstellte (Erdpigmente).
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Rot und Gelb: Aus Ocker (Ochre) im Boden. Eisenoxidreicher Boden lieferte Töne von tiefem Rot bis zu erdigem Gelb.
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Schwarz: Aus verbranntem Holz (Holzkohle) oder Knochen (Beinschwarz).
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Weiß: Aus Kreide oder gemahlenem Calcit.
Eigenschaften: Diese Farben waren lichtbeständig und haltbar (daher sind Höhlenmalereien bis heute sichtbar), aber ihre Farbtöne waren matt und es fehlten leuchtende Blau-, Grün- und Violettöne.
Phase 2: Teure Mineralien und Alchemie (Antike bis Mittelalter)
Stichwort: Selten, teuer, giftig
Mit der Entwicklung der Zivilisation begannen die Menschen, nach leuchtenderen Farben zu streben. Die Pigmente dieser Zeit stammten oft von seltenen Erzen oder frühen chemischen Synthesen, waren extrem teuer und manchmal sogar giftig.
1. Die Legende des Blaus
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Ägyptisch Blau (Egyptian Blue): Die alten Ägypter erfanden das erste synthetische Pigment der Menschheitsgeschichte, um den wertvollen Türkis nachzuahmen. Sie erhitzten Kalkstein, Sand und kupferhaltige Mineralien, um ein leuchtend blaues, glasartiges Pulver herzustellen.
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Ultramarin (Ultramarine): Die teuerste Farbe der Renaissance. Es wurde aus Lapislazuli (Lapis Lazuli) aus Afghanistan gemahlen und war zeitweise ein Vielfaches teurer als Gold. Nur der Umhang der Jungfrau Maria durfte mit dieser Farbe bemalt werden.
2. Gefährliches Rot und Weiß
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Zinnober (Cinnabar/Vermilion): In China wurde dieses leuchtend rote Quecksilbersulfid-Mineral bereits vor Jahrtausenden verwendet (auch als Hauptbestandteil der Alchemie). Später lernten Alchemisten, Zinnober durch Erhitzen von Quecksilber und Schwefel künstlich herzustellen – dies wurde als Silberzinnober bezeichnet.
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Bleiweiß (Lead White): Die alten Griechen und Römer entdeckten, dass die Einwirkung von Essigdämpfen und der Fermentationswärme von Tiermist auf Bleiplatten ein reines, deckkräftiges Weiß ergab. Es war das wichtigste Weiß in der europäischen Malerei, aber der langfristige Kontakt führte bei Malern zu schwerer Bleivergiftung.
3. Das Purpur der Macht
- Tyrischer Purpur (Tyrian Purple): Die exklusive Farbe der römischen Kaiser. Dieser Farbstoff wurde aus einer Mittelmeerschnecke gewonnen. Für 1 Gramm Farbstoff mussten 12.000 Schnecken zerschlagen werden, der Preis war unvorstellbar.
Phase 3: Die dunkle Geschichte der Farben (16. – 18. Jahrhundert)
Stichwort: Seltsam, skurril
In dieser Zeit wurden die Quellen für Pigmente auf der Suche nach einzigartigen Farben sehr „geschmacklos“.
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Mumienbraun (Mummy Brown): Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert verwendeten europäische Maler ein durchscheinendes, dunkelbraunes Pigment, das tatsächlich aus gemahlenen Leichen ägyptischer Mumien bestand. Dieses Pigment war im 19. Jahrhundert sehr beliebt und wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingestellt, weil „die Mumien ausgingen“.
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Indischgelb (Indian Yellow): Der Legende nach wurde dieses leuchtende Gelb in Indien hergestellt, indem man Kühe zwang, nur Mangoblätter zu fressen, und dann ihren getrockneten Urin sammelte. Obwohl diese Behauptung umstritten ist, hatte das Pigment einen unverwechselbaren Uringeruch und wurde später wegen Tierquälerei verboten.
Phase 4: Die chemische Revolution (18. Jahrhundert – Moderne)
Stichwort: Synthese, billig, Tubenfarbe
Die industrielle Revolution änderte alles. Chemiker begannen, in Laboren Farben zu erschaffen, die es in der Natur nicht gab. Pigmente wurden billig und stabil.
1. Zufällige Entdeckungen
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Preußisch Blau (Prussian Blue, 1704): Das erste moderne synthetische Blau. Ein deutscher Färber versuchte, Rot herzustellen, und erhielt stattdessen ein tiefes Blau. Dies befreite die Maler endlich vom teuren Ultramarin.
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Synthetisches Ultramarin (1826): Die französische Regierung setzte ein Preisgeld für einen Ersatz für Lapislazuli aus. Der Chemiker Guimet synthetisierte erfolgreich ein Pigment mit derselben chemischen Zusammensetzung wie natürlicher Lapislazuli, und der Preis fiel sofort drastisch.
2. Die Geburt des Impressionismus
Die Erfindung der Tubenfarbe (Paint Tube, 1841) war ein Wendepunkt in der Kunstgeschichte. Der amerikanische Maler John Rand erfand die Zinntube, die es Malern ermöglichte, Farben ins Freie zu nehmen, anstatt sie im Atelier frisch zu mahlen.
- Ohne die Zinntube gäbe es keinen Monet und Renoir. Die Impressionisten verwendeten in großem Umfang die damals neu erfundenen Chromgelb, Smaragdgrün und Kobaltblau, um das flüchtige Licht einzufangen.
3. Der moderne König: Titanweiß
- Titanweiß (Titanium White, 1921): Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ein neues, ungiftiges, extrem weißes und deckkräftiges Pigment geboren. Es ersetzte schnell das giftige Bleiweiß und ist heute das weltweit am häufigsten verwendete weiße Pigment (von Wandfarbe bis Zahnpasta).
Zusammenfassung
Die Geschichte der Pigmente ist eigentlich der Prozess vom „Suchen nach Farben“ zum „Herstellen von Farben“:
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Früher: Maler waren nicht nur Künstler, sondern auch Handwerker und Chemiker, die Gefahr liefen, vergiftet zu werden, und einen goldgleichen Preis für einen Hauch von Blau zahlten.
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Heute: Wir gehen einfach in den Laden und kaufen für ein paar Euro leuchtendere und stabilere Farben, als sie ein antiker König je hatte.
Möchten Sie mehr erfahren? Ich kann Ihnen die detaillierte Entwicklungsgeschichte einer bestimmten Farbe (z. B. „Violett“ oder „Blau“) erklären oder darüber sprechen, wie ein bestimmtes Pigment (wie das arsenhaltige „Schweinfurter Grün“) im viktorianischen Zeitalter die Massen vergiftete.
Sind synthetische Pigmente haltbar?
Das ist eine sehr scharfsinnige Frage. In der Kunstwelt herrscht bei vielen der Irrglaube, dass „Natürliches immer besser ist als Künstliches“.
Zur Haltbarkeit synthetischer Pigmente lautet die kurze Antwort: Moderne hochwertige synthetische Pigmente (nach dem 20. Jahrhundert erfunden) sind in der Regel haltbarer und stabiler als die meisten natürlichen Pigmente; frühe synthetische Pigmente (18.-19. Jahrhundert) hatten jedoch tatsächlich eine „dunkle Vergangenheit“ mit Verblassungsneigung.
Wir können dieses Problem aus drei Dimensionen eingehend analysieren:
1. „Dunkle Vergangenheit“: Die Tragödie früher synthetischer Pigmente
Im 18. und 19. Jahrhundert, als die chemische Industrie gerade erst aufkam, wurden viele Pigmente mit leuchtenden Farben, aber extrem instabilen chemischen Eigenschaften erfunden. Diese Pigmente bereiteten den damaligen Malern (insbesondere den Impressionisten) große Probleme.
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Warum sind Van Goghs Sonnenblumen „verwelkt“?
Van Gogh liebte ein frühes synthetisches Pigment namens Chromgelb (Chrome Yellow). Dieses Gelb war beim Auftragen extrem hell, hatte aber einen fatalen Fehler: Es reagierte chemisch mit Licht und Luft und wurde allmählich braun oder olivgrün.[!NOTE]
Wenn Sie heute im Museum Van Goghs „Sonnenblumen“ betrachten, sehen Sie bereits eine viel dunklere, trübere Farbe als direkt nach der Fertigstellung. Dies ist ein irreversibler Schaden durch chemische Reaktionen. -
Das verschwundene Alizarin-Karmesinrot (Alizarin Crimson)
Das frühe synthetische Alizarinrot (eine Nachahmung der natürlichen Krappwurzel) hatte zwar eine schöne Farbe, aber eine sehr schlechte Lichtechtheit. Nach einigen Jahrzehnten an der Wand verblasst das tiefe Rot allmählich oder verschwindet sogar ganz, sodass nur die Grundierung übrig bleibt.
2. Die moderne Wende: Superpigmente des 20. Jahrhunderts
Ab dem 20. Jahrhundert, mit der rasanten Entwicklung der organischen Chemie, erfanden Wissenschaftler „Hochleistungsorganische Pigmente“. Diese Pigmente wurden speziell dafür entwickelt, ihre Farbe unter extremen Bedingungen (wie Autolackierungen, Außenwerbetafeln) zu behalten. Ihre Haltbarkeit übertrifft nicht nur die frühen synthetischen Pigmente, sondern schlägt sogar viele natürliche Mineralien.
Die beiden bekanntesten Klassen moderner synthetischer Pigmente sind:
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Phthalocyanine (Phthalo):
Dazu gehören Phthalocyaninblau und Phthalocyaningrün.- Eigenschaften: Die Molekülstruktur dieses Pigments ist extrem stabil; es zersetzt sich selbst unter starker UV-Strahlung kaum. Es hat eine enorme Färbekraft; oft reicht eine winzige Menge, um einen ganzen Eimer Weiß blau zu färben.
- Status: Ein unverzichtbares Pigment für moderne Maler, bekannt als „das Blau, das niemals verblasst“.
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Chinacridone (Quinacridone):
Dazu gehören verschiedene leuchtende Rot-, Violett- und Magentatöne.- Eigenschaften: Ursprünglich für die Automobilindustrie entwickelt (denken Sie an den roten Ferrari, der selbst nach zehn Jahren in der prallen Sonne nicht verblasst). Später in Künstlerfarben eingeführt, ersetzten sie perfekt die anfälligen traditionellen Rottöne.
3. Natürlich vs. Synthetisch: Was ist haltbarer?
Für einen direkten Vergleich können wir Pigmente in drei Kategorien einteilen:
| Pigmenttyp | Typische Beispiele | Haltbarkeit (Lichtechtheit/Stabilität) | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Natürliche Erdpigmente | Ocker, Umbra, Gelberde | ★★★★★ (Sehr hoch) | Es sind im Grunde gefärbte Erden, die seit Jahrmillionen auf der Erde existieren und sehr stabil sind. |
| Natürliche Pflanzen-/Tierpigmente | Indigo, Karmin (Cochenille) | ★☆☆☆☆ (Sehr niedrig) | Das sogenannte „Rein Natürliche“ ist oft am wenigsten lichtbeständig und verblasst leicht (fugitive colors). |
| Frühe synthetische Pigmente | Chromgelb, Preußisch Blau | ★★☆☆☆ (Mittel bis niedrig) | Neigen dazu, sich unter Lichteinwirkung oder Säure-/Baseneinfluss zu verfärben. |
| Moderne synthetische Pigmente | Phthalocyaninblau, Chinacridonrot | ★★★★★ (Sehr hoch) | Strenge Labortests bestätigen ihre Beständigkeit gegen UV-Strahlung und chemische Korrosion. |
Fazit
Synthetische Pigmente sind nicht nur haltbar, sondern oft auch reiner.
Abgesehen von einigen wenigen unersetzlichen natürlichen Mineralien (wie den ursprünglichen Erdtönen) verwenden moderne Künstler die allermeisten Pigmente synthetisch. Sie lösen zwei große Probleme antiker Pigmente:
- Giftig (die meisten modernen synthetischen Pigmente sind ungiftig).
- Teuer (moderne synthetische Pigmente ermöglichen es auch armen Studenten, zu malen).
Mein Rat an Sie:
Wenn Sie Farben kaufen (ob Öl, Aquarell oder Acryl), vertrauen Sie nicht blind auf „Natürlich“. Achten Sie auf die Lichtechtheitsbewertung (Lightfastness Rating) auf der Farbtube.
- Üblicherweise wird der ASTM-Standard verwendet (Stufe I ist am besten, Stufe II gut, Stufe III schlechter).
- Oder mit
+++oder***gekennzeichnet. - Solange Sie synthetische Pigmente der ASTM-Klasse I oder II wählen, ist die Haltbarkeit Ihres Gemäldes über Jahrhunderte hinweg kein Problem.
Nächster Schritt:
Da Sie nun die Stärke moderner Pigmente kennen, möchten Sie etwas über „das schwärzeste Schwarz der Welt“ (Vantablack) erfahren? Das ist ein modernes Hightech-Pigment, das vollständig aus Kohlenstoffnanoröhren besteht und 99,96 % des einfallenden Lichts absorbiert.
Können Menschen heute Pigmente in jeder beliebigen Farbe synthetisieren? Konnten die Menschen in der Antike nicht durch Mischen der drei Grundfarben Pigmente in jeder beliebigen Farbe erhalten?
Diese beiden Fragen treffen den Kern der Farbwissenschaft. Die kurze Antwort lautet:
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Zur Synthese: Wir können die allermeisten Farben synthetisieren, aber nicht „jede beliebige“ Farbe. Manche „neonhelle“ Farben, die man auf Bildschirmen sieht, lassen sich physikalisch nicht mit Pigmenten nachbilden.
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Zum Mischen in der Antike: Die Alten konnten absolut nicht durch Mischen alle Farben erhalten. Das ist auch der Grund, warum sie bereit waren, ein Vermögen für Erze einer bestimmten Farbe zu zahlen.
Im Folgenden erkläre ich Ihnen die wissenschaftlichen Prinzipien und historischen Zwänge im Detail.
Teil 1: Warum konnten die Alten nicht „mit den drei Grundfarben alles erreichen“?
Wir wissen heute, dass man mit „Rot, Gelb, Blau“ (oder genauer: Magenta, Gelb, Cyan) verschiedene Farben mischen kann, aber das setzt voraus: Ihre drei Grundfarben müssen absolut rein sein.
Antike Maler standen vor drei physikalisch unlösbaren Problemen:
1. Es gab keine echten „Grundfarben“
Antike Pigmente waren alle natürliche Mineralien oder Pflanzen. Sie waren nicht nur unrein, sondern auch farblich verschoben.
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Rot war nicht Rot: Antikes Rot war meist Zinnober (ins Orange gehend) oder Roter Ocker (ins Dunkle gehend), es gab kein echtes „Magenta“.
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Blau war nicht Blau: Antikes Blau war meist Azurit (ins Grüne gehend) oder Ultramarin (ins Violette gehend), es gab kein echtes „Cyan“.
Ergebnis: Wenn Sie Zinnober (ein Rot mit Gelbstich) mit Azurit (ein Blau mit Grünstich) mischen, um Violett zu erhalten, bekommen Sie aufgrund der Beimischung von Gelb und Grün stattdessen ein graubraunes Braun. Das ist der Grund, warum antike Maler natürliches Violett (wie den teuren Tyrischen Purpur) suchen mussten, anstatt es selbst zu mischen.
2. „Pigmentstreit“: Chemische Reaktionen
Antike Pigmente waren chemisch sehr reaktiv. Wenn Sie sie wahllos mischten, „stritten“ sie sich auf der Leinwand, was zu Schwarzfärbung oder sogar Zerstörung der Leinwand führte.
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Tödliches Beispiel: Wenn Sie Zinnober (Quecksilbersulfid) mit Bleiweiß (Bleicarbonat) mischen, um einen Rosaton zu erhalten, reagieren Schwefel und Blei und bilden schwarzes Bleisulfid. Nach einigen Monaten wird das ursprünglich rosige Gesicht einer jungen Dame zu einem schwarzen Gesicht.
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Dies zwang die Maler, möglichst einzelne, reine Pigmente zu verwenden und übermäßiges Mischen zu vermeiden.
3. Der Widerspruch zwischen Deckkraft und Transparenz
Manche Pigmente sind transparent (wie Zellophan), andere vollständig deckend (wie Wandfarbe).
- Wenn Sie ein helles Grün mischen möchten, aber ein sehr deckendes Gelb über ein Blau legen, wird die Farbe sehr schwerfällig, leblos und verliert ihren Glanz.
Teil 2: Können moderne Menschen „jede beliebige“ Farbe synthetisieren?
Obwohl die moderne Chemie sehr leistungsfähig ist, sind wir immer noch durch physikalische Gesetze eingeschränkt.
1. Bildschirm vs. Pigment: Eine unüberbrückbare Kluft
Die Farben, die Sie jetzt auf Ihrem Handy- oder Computerbildschirm sehen, sind Licht (RGB), additive Farbmischung, mit extrem hoher Helligkeit. Pigmente hingegen sind Substanzen (CMYK), subtraktive Farbmischung, die auf Lichtabsorption beruhen.
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Nicht synthetisierbare Farben: Die hochgesättigten, hellen Neonfarben, Elektroblau, Lasergrün.
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Das reine Blau auf dem Bildschirm wirkt grell, weil es direkt blaues Licht aussendet.
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Pigmente leuchten nicht von selbst; sie reflektieren nur Licht. Egal wie man sie synthetisiert, die Helligkeit eines Pigments kann niemals die der Lichtquelle übertreffen, die es beleuchtet. Sobald man die Pigmentkonzentration erhöht, um die Leuchtkraft zu steigern, wird die Farbe dunkler (weil sie mehr Licht absorbiert).
2. Der blinde Fleck des „Farbraums (Gamut)“
Selbst die modernsten Drucker und Lacke haben blinde Flecken im Farbraum, die sie nicht abdecken können.
- Die Farben, die Chemikern derzeit die größten Kopfschmerzen bereiten, sind extrem helle und reine Violetttöne und Blaugrüntöne. Obwohl wir gute synthetische Alternativen haben (wie Chinacridonviolett), sind chemische Pigmente immer noch etwas unterlegen, wenn es darum geht, die „Lebendigkeit“ bestimmter Blütenblätter oder Schmetterlingsflügel in der Natur zu erreichen.
3. Eine Entdeckung des 21. Jahrhunderts: YInMn Blau
Die Menschheit hat nicht aufgehört zu forschen. Erst 2009 entdeckte der Chemiker Mas Subramanian von der Oregon State University im Labor zufällig ein völlig neues Blau – YInMn Blue (Yttrium-Indium-Mangan-Blau).
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Es ist das erste neue anorganische Blau seit 200 Jahren.
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Seine Struktur reflektiert blaues Licht perfekt und absorbiert rotes und grünes Licht. Es ist extrem hitzebeständig und ungiftig. Dies zeigt, dass wir dem „perfekten Farbspektrum“ einen Schritt näher gekommen sind, aber noch nicht alle Lücken gefüllt haben.
Zusammenfassung
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Antike: Aufgrund des Fehlens reiner „Cyan“- und „Magenta“-Pigmente und chemischer Konflikte zwischen Pigmenten mussten Maler viel Geld für fertige seltene Pigmente ausgeben; sie konnten das Problem nicht durch Mischen lösen.
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Moderne: Wir haben die chemische Stabilität und die meisten Farbtöne gelöst, aber aufgrund der physikalischen Tatsache, dass „Pigmente nicht leuchten“, können wir immer noch nicht die extrem strahlenden Farben des Bildschirms erzeugen.
Nächster Schritt: Um die Einschränkung zu überwinden, dass „Pigmente nicht leuchten“, forschen Wissenschaftler an einer Technologie namens „Strukturelle Farbe (Structural Color)“ (Nachahmung von Schmetterlingsflügeln, die Farbe nicht durch Pigmente, sondern durch mikroskopische Strukturen erzeugen, die Licht brechen). Möchten Sie mehr über diese Technologie erfahren, die die Zukunft der Farbe revolutionieren könnte?
Was sind die Nachteile moderner Pigmente?
Obwohl die moderne Chemie uns billige, stabile und ungiftige Pigmente beschert hat, würde ein Meister der klassischen Malerei (wie Leonardo da Vinci oder Rembrandt), der heute in einen Künstlerbedarfsladen reisen würde, wahrscheinlich mit gerunzelter Stirn wieder herauskommen.
Moderne synthetische Pigmente sind zwar in wissenschaftlichen Parametern „perfekt“, haben aber in Bezug auf künstlerische Ausdruckskraft und physikalische Eigenschaften tatsächlich einige nicht zu ignorierende „Nachteile“:
1. Ästhetische „Starre“: Der Preis der Perfektion
Dies ist der größte Schmerzpunkt moderner Pigmente.
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Zu gleichmäßige Körnung, Mangel an „mikroskopischer Landschaft“:
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Antike Pigmente: Die von Hand gemahlenen Mineralpigmente der Alten (wie Lapislazuli, Malachit) hatten uneinheitliche Korngrößen und sahen aus wie zerbrochenes Glas. Wenn Licht auf das Gemälde fiel, wurde es an diesen unregelmäßigen Kristallen gebrochen und gestreut, was dem Bild eine „luftige“ und „funkelnde“ Qualität verlieh (juwelenartige Qualität).
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Moderne Pigmente: Die industrielle Produktion mahlt die Partikel extrem fein und vollkommen gleichmäßig, um Deckkraft und Färbekraft zu maximieren. Dies führt dazu, dass die Farbe auf der Leinwand sehr glatt und eintönig wirkt, ohne Struktur, wie eine undurchsichtige Plastikfolie – von Künstlern als „tote Farbe“ (Flatness) bezeichnet.
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Mangel an Nuancen durch „Verunreinigungen“:
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Natürlicher Ocker enthält oft Spuren von Quarz, Mangan oder anderen Mineralien, was seinem Gelb nicht nur Gelb verleiht, sondern eine komplexe, schwer zu beschreibende natürliche Note. Moderne synthetische Eisenoxidgelbs sind dagegen reine chemische Verbindungen; die Farbe ist zwar standardisiert, wirkt aber „dünn“ und „chemisch“.
2. Metamerie (Metamerism): Das Chamäleon unter dem Licht
Sie haben vielleicht schon erlebt, dass ein Kleidungsstück im Geschäft dunkelblau aussieht, aber zu Hause unter dem Licht violett-schwarz wirkt. Dies ist das Phänomen der „Metamerie“, das bei modernen synthetischen Pigmenten besonders häufig auftritt.
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Prinzip: Moderne Pigmente imitieren Farben, indem sie durch ihre spezifische chemische Struktur Licht bestimmter Wellenlängen reflektieren. Obwohl sie unter natürlichem Licht eine natürliche Farbe perfekt nachahmen können, ist ihre spektrale Kurve nicht so glatt wie die natürlicher Mineralien.
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Folge: Ein mit modernen synthetischen Pigmenten restauriertes altes Gemälde mag im natürlichen Licht des Museums perfekt aussehen; wechselt man jedoch zu LED-Strahlern im Ausstellungsraum, kann die restaurierte Stelle plötzlich einen Farbunterschied aufweisen, was sehr unangenehm wirkt.
3. Der Albtraum der Restauratoren: Irreversibilität
Obwohl moderne Acrylfarben (Acrylics) oft als Vertreter der modernen Kunst gelten, bereiten sie dem Denkmalschutz große Probleme.
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Vorteile der Ölmalerei: Ölfarben trocknen über Jahrzehnte und können selbst nach dem Trocknen mit bestimmten Lösungsmitteln schichtweise gereinigt und vergilbter Firnis entfernt werden. Sie sind nicht nur restaurierbar, sondern auch reversibel.
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Nachteile moderner Acryl-/Kunstharzfarben: Sobald sie trocknen, verschmelzen sie zu einem harten Kunststoffpolymer. Dieses Material zieht leicht Staub an, ist aber sehr schwer zu reinigen. Denn Lösungsmittel, die Staub lösen können, lösen oft auch das Pigment selbst an.
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Zukünftige Risiken: Wir wissen eigentlich nicht, wie sich moderne synthetische Pigmente in 500 Jahren verhalten werden. Im Vergleich zu den seit Jahrtausenden erprobten Ockern und Holzkohlen könnten moderne organische Pigmente (wie bestimmte Azorot) mit nur wenigen Jahrzehnten Geschichte aufgrund der Alterung des Polymers unerwartet zerfallen oder abblättern.
4. Verlust der Freude am „Schichten“
Die klassische Ölmaltechnik kennt eine Methode namens „Lasur“ (Glazing) – die Nutzung der Transparenz von Pigmenten, um Farben schichtweise übereinanderzulegen (z. B. transparentes Blau mit einer transparenten Gelbschicht überlegt, um Grün zu erhalten).
- Die moderne Industrie tendiert zu hochdeckenden (Opaque) Pigmenten (um Material zu sparen, eine Schicht reicht, um die Grundierung abzudecken). Dies macht es modernen Malern schwer, natürlich transparente Pigmente wie in der Antike zu finden. Infolgedessen neigen moderne Gemälde oft zu pastoser Malweise und verlieren die bernsteinartig tiefe, durchscheinende Schichtigkeit klassischer Gemälde.
Zusammenfassung
Die Nachteile moderner Pigmente sind im Wesentlichen ein Konflikt zwischen „Industriestandard“ und „künstlerischer Seele“.
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Die Industrie strebt nach: Standardisierung, Gleichmäßigkeit, Billigkeit, Deckkraft.
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Die Kunst strebt nach: Zufälligkeit, Fülle, Transparenz, Einzigartigkeit.
Aus diesem Grund bestehen viele anspruchsvolle Maler heute darauf, wie die Alten zu arbeiten: Sie kaufen Erze, zerkleinern und mahlen sie selbst, nur um jene „lebendige“ Farbe zurückzugewinnen.